Das Palastmuseum von Beijing, auch als Verbotene Stadt bekannt, erhält eine neue Außenstelle im Nordwesten der Hauptstadt. Weil der Hauptkomplex nicht groß genug ist, können derzeit nur rund zwei Prozent der Exponate ausgestellt werden.

Nach Jahren der Vorbereitung haben am Mittwoch in einem nordwestlichen Vorort von Beijing die Bauarbeiten für die neue Zweigstelle des Palastmuseums begonnen. Die 62 Hektar große Zweigstelle ergänzt den Komplex im Stadtzentrum, der von 1420 bis 1911 als Kaiserpalast diente und als die Verbotene Stadt bekannt ist.

Die Filiale soll 35000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassen, ein Zentrum zur Restauration von historischen Relikten und ein 23000 Quadratmeter großes Warenlager, wie Shan Jixiang, der Direktor des Palastmuseums, erläuterte. Die neue Ausstellungsfläche soll im Jahr 2022 vollständig eröffnet werden, das Restaurationszentrum werde jedoch bereits 2022, dem 600. Geburtstag der Verbotenen Stadt, für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

„Das Gebäude verbessert unseren Service und wir können viel mehr Ausstellungsstücke zeigen“, sagte der Direktor. Der Mangel an Ausstellungsfläche ist seit jeher ein Problem für das Museum, dessen Sammlung 1,86 Millionen Exponate umfasst. Derzeit können nur zwei Prozent der Stücke öffentlich ausgestellt werden. „Die große Sammlung, insbesondere an Teppichen und Stühlen, erfordert eine große Ausstellungsfläche“, sagte Shan. „Momentan ist es unmöglich, all diese Gegenstände in der Verbotenen Stadt auszustellen.“

Das neue Museum soll auch eine Drehscheibe für den Gartenbau der Kaiserzeit werden. Pflanzen, die dort wachsen, werden zur Verbotenen Stadt in der Innenstadt von Peking gebracht. „Wegen der Hitze in Beijing ist es manchmal schwierig, bestimmte Pflanzen in der Stadt zu züchten. In den Außenbezirken geht es besser“, erläuterte er.

Der neue Komplex wird auch dazu genutzt, Fachwissen über die Renovierung alter Architektur und traditioneller Handwerkskunst zu bewahren und weiterzugeben. Erfahrene Handwerker werden sich an der Renovierung der Kulturdenkmäler beteiligen, um alte Techniken wiederzubeleben. Für den Standort im Nordwesten Beijings gebe es viele Gründe, so Shan: „Während der Kaiserjahre, als die königliche Familie mehr Platz für Paläste oder Erholungsgebiete benötigte, wählten sie Gegenden im Nordwesten Beijings, wie im Fall des Sommerpalastes.“

Der neue Standort enthält auch die Überreste eines alten Porzellanofens. Der Ofen, in dem Gegenstände für die Kaiser gefertigt wurden, soll eine weitere Attraktion werden. Das Design des Museums wurde aus fünf verschiedenen Vorlagen ausgewählt, die von Experten und der Öffentlichkeit unterbreitet wurden. Pläne von ausländischen Studios wurden zurückgewiesen. Stattdessen wurden einheimische Talente um Vorschläge gebeten. Das ausgewählte architektonische Design stammt von einem Plan um Zhang Yu vom Beijing Institute of Architectural Design.

Die Farben Rot und Gelb, die oft von den Kaisern gewählt wurden, dominieren den Komplex. Die umweltfreundliche und energiesparende Konstruktion ist auf die natürliche Umgebung abgestimmt. Auch eine U-Bahnanbindung wird geplant. Shan geht davon aus, dass das Museum drei Millionen Besucher pro Jahr empfangen wird.

Beijings stellvertretender Bürgermeister Wang Ning sagte, das Museum werde eine Drehscheibe für die grenzüberschreitende, interkulturelle Kommunikation: „Es dient unserem Ziel, Beijing zu einer globalen Stadt zu machen.“