Das Handelsministerium hat am Donnerstag bestätigt, dass China von den USA eine Einladung zur Wiederaufnahme von Handelsgesprächen erhalten habe. China begrüße diesen Schritt der Vereinigten Staaten.

Beobachter warnten davor, dass die USA die Möglichkeiten Chinas zu Vergeltungsmaßnahmen unterschätzten, falls die amerikanische Regierung Zölle auf weitere Importe aus China erhöbe.

Gao Feng, der Sprecher des Ministeriums, sagte, dass die beiden Seiten gegenwärtig über eine Vielzahl spezifischer Details sprächen und dass eine Eskalation der Spannungen in Handelsfragen den Interessen sowohl der USA wie auch China zuwiderliefen.

Diese Aussage erfolgte, nachdem der Wirtschaftsberater der US-Regierung, Larry Kudlow, am Mittwoch gesagt hatte, dass die amerikanische Regierung China dazu eingeladen habe, die Handelsgespräche wieder aufzunehmen.

Die Annäherung erfolgt, nachdem sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt in einen Handelskonfllikt verstrickt haben, in dem US-Präsident Donald Trump mit dem Gedanken spielt, Zölle für weitere Waren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar oder mehr zu erheben.

Zur Wahrung der Interessen der Exportwirtschaft, der herstellenden Industrie und anderer Unternehmen hat China bereits "klare Gegenmaßnahmen" für den Fall weiterer Zollerhebungen angekündigt.

Gary Hufbauer, Handelsexperte am Peterson Institute for International Economics in Washington, sagt, dass Trump durch den Handelskonflikt negative Folgen an den Finanzmärkten befürchtet, und eine weitere Erhöhung der Zölle vor den US-Kongresswahlen im November eine ungünstige politische Stimmung schaffen würde.

"Trump möchte dem Kongress und den Unternehmen, die sich gegen die vorgeschlagenen Zölle aussprechen, signalisieren, dass er ein vernünftiger Mann sei, der bereit ist, mit China zu verhandeln, bevor er Maßnahmen ergreift."

US-Unternehmen in China befürchten, dass sich die angedrohten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden äußerst negativ auf ihren Geschäftsgang auswirken würden.

Am Donnerstag wurden die Ergebnisse einer gemeinsamen Erhebung der amerikanischen Handelskammer in China und der amerikanischen Handelskammer in Shanghai veröffentlicht. In ihr werden die Auswirkungen der von den USA und China seit Juli erhobenen Zölle untersucht.

Nahezu zwei Drittel der Befragten sprachen von negativen Folgen der Zollpolitik.

63,6 Prozent der Befragten gaben an, dass die ursprünglich von den USA erhobenen Zölle auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar ihre Geschöftsaktivitäten beeinträchtigten. Auf die Frage nach negativen Auswirkungen einer Erweiterung der Zollerhebungen durch die beiden Länder waren sich 74,3 Prozent der Befragten im Klaren darüber, dass amerikanische Zölle negative Auswirkungen haben würden und 67,6 Prozent zeigten sich überzeugt, dass dies bei weiteren Zöllen der chinesischen Seite der Fall sein würde.

Einen "stark negativen Einfluss" befürchteten 47,2 Prozent der Befragten bei weiteren US-Zöllen. Mehr als 430 Unternehmen haben an der Befragung teilgenommen.

"Das Weiße Haus hat die nächste Salve im Handelskrieg angekündigt und möchte nun Zölle gegen chinesische Waren im Wert von 200 Millionen US-Dollar abfeuern. Man geht davon aus, dass China klein beigeben und mit der weißen Flagge wedeln wird. Aber dieses Szenario unterschätzt Chinas Fähigkeit, das Feuer zu erwidern," sagt William Zarit, Vorsitzender der US-Handelskammer in China. "Die amerikanische Regierung riskiert es, eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen, von der keine Seite profitieren kann."