Auf dem aktuellen Eastern Economic Forum legte Chinas Präsident Xi Jinping seine Vision für die Region Nordostasien inklusive Russland dar. Die Region habe gemessen an der Bevölkerung und der Wirtschaftsleistung eine enorme Bedeutung für die Welt und solle durch verstärkte Kooperation und Austausch noch enger zusammenarbeiten, um sich gegenseitig bei der Entwicklung zu fördern.

Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin posieren am Mittwoch nach einer Präsentation im „Ocean-All-Russian-Children's Care Center“ in Wladiwostok in Russland mit den Künstlern und dem Publikum als Teil eines Austausches von Jugendlichen aus den zwei Ländern.

China möchte die Zusammenarbeit im fernen Osten Russlands und im Rest Nordostasiens ausbauen, um die Entwicklung zu fördern und gemeinsame Interessen zu stärken, sagte Präsident Xi Jinping am Mittwoch während einer Rede auf der Plenarsitzung des vierten Eastern Economic Forum in Wladiwostok. Die nordostasiatischen Länder sollten das gegenseitige Vertrauen stärken und den Frieden und die Stabilität in der Region sichern, da sie mit dem Aufstieg des Unilateralismus und Protektionismus konfrontiert seien, so Xi. Mit dem Hinweis, dass die Bevölkerung der sechs Länder Nordostasiens 23 Prozent der Weltbevölkerung und das Bruttoinlandsprodukt der Region 19 Prozent der Weltwirtschaft ausmacht, sagte Xi, dass ein vereintes und stabiles Nordostasien die Interessen aller Länder in der Region erfüllen würde.

Die Region verfüge über reichlich Energie und Ressourcen, erstklassige Kapazitäten in der wissenschaftlichen Forschung und reichlich Kapital und Humanressourcen, fuhr er fort. Die sechs Länder seien in der Lage, ihre Vorteile voll auszuschöpfen und die Zusammenarbeit in allen Bereichen zu verstärken. Xi appellierte an die nordostasiatischen Länder, dem Beispiel Chinas und Russlands zu folgen und ebenfalls Synergien in ihren Entwicklungsstrategien zu fördern. Im sino-russischen Beispiel hätten beide Länder bei der Verbindung der Seidenstraßeninitiative mit der Eurasischen Wirtschaftsunion frühe Erfolge erreicht.

Die nordostasiatischen Länder sollten sich darauf konzentrieren, die Interkonnektivität über Grenzen hinweg zu fördern, Freihandel und Investitionserleichterungen zu verbessern, den Fluss von Waren, Kapital und Technologie zu fördern und gemeinsam eine offene regionale Wirtschaft aufzubauen, sagte Xi. China unterstütze, dass sowohl die Asiatische Infrastrukturinvestitionsbank als auch der Seidenstraßenfonds eine größere Rolle bei der Bereitstellung finanzieller Unterstützung für die regionale Zusammenarbeit spielen. Außerdem erzählte Xi eine Geschichte über einen chinesischen Studenten, der seinen Traum in Russland erfüllt hat. Xi Junfei, ein Student, der das Erdbeben in Wenchuan 2008 überlebt hatte, wurde unter mehr als 1500 Überlebenden zwischen neun und 14 Jahren eingeladen, sich in Russland von den Ereignissen zu erholen. Der Student habe sich zum Ziel gesetzt, in Russland zu studieren und jetzt sei er Student an der Far East Federal University in Wladiwostok, was ein anschauliches Beispiel für einen freundschaftlichen Austausch zwischen Menschen in der Region sei. Die Geschichte erhielt herzlichen Applaus vom Publikum.

Auf der Sitzung sagte Russlands Präsident Wladimir Putin, dass die Region Fernost für die russische Entwicklung Priorität genieße. Er warnte davor, dass der Handelsprotektionismus zunimmt und forderte deshalb, dass die Länder in der Region politische Voreingenommenheit ablehnen, eine Win-win-Kooperation erreichen und sich an der Entwicklung auf der Grundlage des Wettbewerbs beteiligen.