Chinas Nutzung von Auslandskapital stieg im Jahr 2017 trotz einer globalen Abkehr von Auslandsinvestitionen. Dies ist ein Ergebnis, das, wie ein Experte sagte, die Attraktivität von Chinas robuster Marktnachfrage zeigt.

Er warnte jedoch auch davor, dass ausländische Investoren dem traditionellen Fertigungssektor in China eher zurückhaltend gegenübertreten und stattdessen Verkaufs- oder Marketingaktivitäten etablieren.

China nutzte im Jahr 2017 Kapital aus dem Ausland im Wert von 136,3 Milliarden US-Dollar (117 Milliarden Euro), ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus dem Bericht über Auslandsinvestitionen in China (2018) hervor, der am Sonntag auf der internationalen Messe für Investition und Handel veröffentlicht wurde.

Dem Bericht zufolge nutzte China im Jahr 2017 in nichtfinanziellen Sektoren rund 131 Milliarden US-Dollar (113 Milliarden Euro) an Auslandskapital, ein Rekordhoch.

Der zunehmende Trend setzte sich bis ins Jahr 2018 fort. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden 35.239 Unternehmen in China mit ausländischem Kapital gegründet, ein Plus von 99,1 Prozent pro Jahr, wie Statistiken des Handelsministeriums im August zeigten.

Der steigende Trend verlief „gegen den Strom“, weil die Auslandsinvestitionen im Jahr 2017 aufgrund des zunehmenden globalen Protektionismus weltweit zurückgingen.

Die weltweiten Direktinvestitionen im Ausland gingen im Jahr 2017 laut dem von den Vereinten Nationen im Juni veröffentlichten World Investment Report 2018 um 23 Prozent zurück.

Li Xiaogang, Direktor des Foreign Investment Research Centers der Shanghai Academy of Social Sciences, sagte der Global Times am Montag, dass die Investitionen ausländischer Unternehmen in China im Vergleich zum globalen Rückgang solcher Investitionen „aktiv“ und „ein gutes Phänomen“ seien.

In den vergangenen Monaten haben mehrere US-amerikanische Unternehmen, wie der Ölkonzern ExxonMobil und Tesla, Produktionsanlagen in China errichtet.

Diese Investitionen verstärken sich, weil die chinesische Regierung in den vergangenen Monaten Schritte zur Marktöffnung vorangetrieben hat.

China hat zum Beispiel im Juni die Version 2018 der Negativliste für Auslandsinvestitionen angekündigt, welche die Negativliste von 63 auf 48 verkürzt und damit den Marktzugang für ausländische Investoren sehr erleichtert.

Die Regierung kündigte im Juni ebenfalls Pläne an, die Beschränkungen der Beteiligungsquote für Auslandsinvestitionen in neue Energieautos und Spezialfahrzeuge abzuschaffen. Solche Beschränkungen werden bis Ende 2020 auch für Auslandsinvestitionen in Nutzfahrzeugsektoren aufgehoben. Chinas Bemühungen, den Markt zu öffnen und das inländische Geschäftsumfeld zu verbessern, sind nach Expertensicht wichtige Faktoren, die Kapital aus dem Ausland nach China ziehen.