Durch neueste Technologie sollen Chinas Konsumenten zu mehr Konsum bewegt werden. Die Verschränkung von Online- und Offlineerlebnis soll zielgerichtetere Produktwerbung ermöglichen. Unternehmen und Kunden bewerten den Trend positiv.

Kunden bezahlen in einem Tmall-Geschäft in Beijing, indem sie QR-Code scannen.

In Chinas Einzelhandel greift ein neuer Trend um sich: E-Commerce-Giganten und physische Geschäfte bündeln ihre Kräfte online und offline, um das Konsumentenverhalten besser zu steuern.

Handelsexperte Zhao Ping von der CCPIT-Akademie sagte, eine solche Integration fördere das Wachstum des Einzelhandels. Zusätzlich verbessere es mithilfe von Big Data auch die Innovation im verarbeitenden Gewerbe.

Die Kooperation zwischen JD und Qumei Home Furnishing Group dient als gutes Beispiel. Im JD-QM Smart Home Experience Center erhalten Kunden ein Shoppingerlebnis, das durch die Technologie des E-Commerce unterstützt wird. Alle Waren haben ein digitales Etikett, mit dem Kunden Informationen über den Gegenstand erhalten und diesen in ihren digitalen Einkaufswagen legen können.

Auch der Onlinehändler Alibaba hat sich mit konventionellen Geschäften zusammengetan, um den Online- und Offlinehandel miteinander zu verknüpfen. Durch die Augmented Reality (AR) genannte Technik können Kunden sich selbst dabei beobachten, wie sie ihre Wunschkleidung tragen, ohne diese überhaupt anzuprobieren. Werbebildschirme vor dem Geschäft können Geschlecht und Alter eines Kunden erkennen und zielgerichtet Produkte empfehlen.

Immer mehr physische Geschäfte erkennen die Bedeutung von schrankenlosem Einzelhandel. 69,5 Prozent halten dies für einen Zukunftstrend, 62 Prozent sagen, dadurch werde nicht nur die Kundenzufriedenheit und Loyalität erhöht, sondern auch der Umsatz der Geschäfte.

Knapp mehr als die Hälfte der befragten verarbeitenden Unternehmen sagte, dass schrankenloser Einzelhandel ein wichtiger Entwicklungstrend in ihrem zukünftigen Entwicklungsmodell sei, 70 Prozent gaben an, aktiv entsprechende Strategien umzusetzen. Davon berichteten 56,4 Prozent von gestiegenen Umsatzzahlen und 71 Prozent von gesunkenen Lagerkosten.

Auch Kunden bewerten das neue Shopping positiv. 72 Prozent äußerten, ihr Einkaufserlebnis verbessere sich, 98 Prozent freuten sich über einen Ausbau der Angebotspalette.

Doch der Bericht legt auch offen, wo das Konzept noch auf Probleme stößt: Unterschiedliche Denkweisen in den verschiedenen Branchen, Hindernisse bei der Förderung und Anwendung neuer Technologien, Schutz der Konsumentenrechte und Mangel an Expertise. Um diese Probleme anzugehen, schlug die CCPIT der Regierung vor, noch mehr Innovation zu fördern. Unternehmen sollten beschleunigt an der Weiterentwicklung von diesem Trend arbeiten. „Das neue E-Kommerz-Recht, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt, wird dem schrankenlosen Handel einen rechtlichen Rahmen verleihen“, sagte Zhao.

Li Hui, Direktor am Big Data-Forschungszentrum von JD.com, sagte, der neue Trend verändere die Struktur des Einzelhandels grundlegend: „Der zukünftige Trend besteht darin, das Verhalten der Konsumenten subtil zu verändern, ohne dass sie bemerken, dass man etwas verkaufen will. So kann ihre Verbrauchererfahrung verbessert werden“, sagte Liu. „Wir möchten den Menschen mehr Waren anbieten und bequemere Dienstleistungen, und zwar auf die komfortabelste Art und Weise.“