Arbeiter am Fließband installieren ein Motherboard in einen 32-Zoll-Fernseher in Winnsboro, South Carolina, 29. Mai 2014.

Die amerikanischen Strafzölle gegen China erweisen sich für das Land zunehmend als Bumerang. Immer mehr Unternehmen warnen die Trump-Regierung vor einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen. Vor allem der Import von Komponenten für die Produktion werde dadurch teurer.

Der schwedische Autobauer Volvo hat vor Entlassungen in seinem Werk im amerikanischen Bundesstaat South Carolina gewarnt. Als Grund gab das Unternehmen die Zölle der Trump-Regierung auf chinesischen Waren an. Auch der deutsche Autobauer BMW warnte bereits vor den Folgen der amerikanischen Politik. Nun kündigte ein Fernsehhersteller in der Vereinigten Staaten an, sein Werk aufgrund der Zollpolitik zu schließen.

Element TV Co entlässt 126 Mitarbeiter, die meisten davon zum 5. Oktober. Acht Angestellte werden in der Fabrik bei Fairfield bleiben in der Hoffnung, die Produktion in drei bis sechs Monaten wieder aufnehmen zu können, schrieb das Unternehmen am Montag.

Die Trump-Regierung hatte im Juli Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Komponenten für Fernsehapparate und Videoausrüstung erhoben. „Die Mitarbeiterentlassungen sind eine Folge der jüngsten und unerwarteten Zölle, die vor Kurzem auf importierte Waren aus China erhoben wurden, darunter entscheidende Komponenten, die in unserer Fertigung in Winsboro zum Einsatz kommen“, schrieb das Unternehmen an das amerikanische Arbeitsministerium, wie die Zeitung The State aus Columbia berichtete.

Das Unternehmen wurde vor rund fünf Jahren gegründet. Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley, damals Gouverneurin von South Carolina, hatte aus Anlass der Eröffnung ein Live-Video gesendet. „Wir wollen sicherstellen, dass die Regierung zu den ersten gehört, die Ihnen helfen statt Ihnen zu schaden“, sagte sie damals. Sie versprach, dass 500 Jobs geschaffen würden, dies wären etwa ein Viertel der gegenwärtig in dem Werk beschäftigten Mitarbeiter.

Henry McMaster, heutiger Gouverneur des Bundesstaates und Trump-Unterstützer der ersten Stunde, sagte, Beamte des Bundesstaates und der Bundesregierung hätten darüber gesprochen, dass Zölle dem Staat schaden können. „Wir konnten sie nicht in jedem Punkt von unserer Meinung überzeugen, noch konnten sie uns von ihrem Standpunkt vollständig überzeugen“, sagte McMaster der Agentur Associated Press.

Das Werk von The Element liegt rund 50 Kilometer nördlich von Columbia, der Hauptstadt des Bundesstaates. Es ist einer der größten noch verbliebenen Arbeitgeber der Gegend, berichtete The State. Vergangenes Jahr wurden die Arbeiten an einem neuen Kernkraftwerk eingestellt. Damit habe der Wirtschaftsboom in der relativ armen, ländlichen Gegend geendet, schrieb das Blatt.

Amerikanische Autobauer hatten bereits davor gewarnt, dass Zölle nur zu noch mehr Arbeitslosigkeit führen würden. Der schwedische Autobauer Volvo sagte, die Zölle könnten das Unternehmen daran hindern, bis zum Jahr 2021 wie geplant 4000 Arbeitsplätze in dem gerade eröffneten Werk bei Charleston zu schaffen.

Auch der deutsche Autohersteller BMW warnte Trump davor, dass einige, wenn nicht sogar alle Arbeitsplätze in seinem Werk bei Spartanburg in Gefahr geraten könnten, und dies auch den rund 35000 Beschäftigten bei BMW-Zulieferern ihren Job kosten könnte, sollten die Zölle bestehen bleiben.