China werde ausländischen Studenten landesweit erlauben, neben ihrem Studium Teilzeitjobs anzunehmen, um das nationale höhere Bildungssystem attraktiver zu machen, wie das Bildungsministerium in einer Mitteilung der China Daily verkündete.

Die Zentralregierung hat testweise eine Reihe an Änderungen eingeführt, wie zum Beispiel die Erlaubnis für Studenten in Beijing und Shanghai, abseits des Campus Teilzeitjobs oder Pratika zu verfolgen, solange sie vorher die Zustimmung ihrer akademischen Institution und der Ein- und Ausreisebehörde einholen.

2015 startete Shanghai, ein Innovationszentrum für Bildung, ein Pilotprojekt, das es ausländischen Absolventen chinesischer Universitäten ermöglichte, in der Zhangjiang National Innovation Demonstration Zone für bis zu zwei Jahre nach dem Abschluss Praktika anzunehmen oder eigene Unternehmen zu gründen. Ein Jahr später strich die Stadt diese Einschränkung und erlaubte es internationalen Studenten schon während ihres Studiums ein Unternehmen in der Zone zu gründen.

2016 implementierte das Ministerium für Öffentliche Sicherheit neue Gesetze, um ausländischen Studenten, die von ihren Universitäten vorgeschlagen worden sind, Teilzeitjobs bei Unternehmen im Zhongguancun Science Park anzutreten oder dort selbst als Unternehmer aufzutreten, wofür sie neben ihren Studentenvisa den Zusatz „Unternehmertum“ bekommen können.

Im Frühjahr 2017 startete die Zentralregierung ein Programm, um es internationalen Studenten mit Master-Abschlüssen oder solchen, die „sehr bekannte” Universitäten besucht haben möglich zu machen, eine chinesische Arbeitserlaubnis zu bekommen. Zuvor hatten internationale Studenten und solche mit ausländischen Abschlüssen noch mindestens zwei Jahre Arbeitserfahrung außerhalb Chinas vorweisen müssen, bevor sie sich für ein Arbeitsvisum bewerben konnten.

Wang Huiyao, Direktor des Zentrums für China und Globalisierung, ein unabhängiger Think-Tank aus Beijing, sagte, dass es für China Sinn ergebe, solch eine Innovationspolitik noch breiter auszuweiten, da sie der Strategie helfe, die Entwicklung von Chinas Arbeitskraft neu zu beleben. Während die Änderungen der Visumsbedingungen eher klein sind und auf eine bestimmte Gruppe abzielen, gibt es positive Anzeichen, dass die Regierung erwägt, vermehrt Chancen für internationale Studenten zu eröffnen, damit diese während ihres Studiums Nebenjobs ausüben können und nach ihrem Abschluss Arbeitsmöglichkeiten haben. Ausländische Arbeitnehmer könnten ein Vorteil für heimische Unternehmen sein, wenn diese ins Ausland expandieren. Außerdem sei es natürlich logisch, dass die Absolventen ihr frisch erlerntes Wissen in der Praxis anwenden wollen, fügte er hinzu.