BMW sieht sich gezwungen, die Preise seiner in China verkauften Fahrzeuge wegen erhöhter Importzölle anzupassen, wie das Unternehmen am Montag bekanntgab.

„BMW China wird die höheren Zölle für die aus den USA importierten Fahrzeuge nicht vollständig auffangen können“, sagte ein Sprecher des DAX-Konzerns der Presse in München."Derzeit berechnen wir die in diesem Zusammenhang nötigen Preiserhöhungen“, sagte der Sprecher.

Die Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, den größten Volkswirtschaften der Welt, haben sich seit Freitag verschärft, als die Vereinigten Staaten chinesischen Produkten einen 25-prozentigen Zusatzzoll im Wert von 34 Milliarden US-Dollar (29 Milliarden Euro) auferlegten.

China wurde dazu gezwungen, sich zu rächen. Seine Zollbehörde gab bekannt, dass zusätzliche Zölle in gleicher Höhe für bestimmte Einfuhren aus den Vereinigten Staaten, einschließlich landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Fahrzeuge und Wasserprodukte, am selben Tag in Kraft treten.

BMW betreibt sein größte Fertigungslinie in Spartanburg in den USA im Bundesstaat South Carolina, von wo aus es traditionell die SUV-Modelle X3 und X6 nach China und zu anderen Orten auf der ganzen Welt exportiert hat.

Im Mai eröffnete das deutsche Unternehmen eine neue Fabrik in Shenyang, China. Die Fabrik hat bereits die Produktion des X3 für den chinesischen Markt vom Standort Spartanburg in einer ersten großen Lieferkettenverschiebung bei BMW als Reaktion auf den von der US-Regierung ausgelösten Handelskrieg übernommen.

BMW ist nicht der erste deutsche Automobilhersteller, für den die Einführung von Trumps „America First“-Doktrin begonnen hat, finanzielle und logistische Probleme zu schaffen. Im Juni senkte Daimler seine Ergebnisprognose für das Jahr 2018 aufgrund der sich verschärfenden Handelsspannungen.

In einer Stellungnahme an die Investoren betonte Daimler, dass es nicht möglich sei, die Auswirkungen der sich verschärfenden Handelskonfrontation durch die Umverteilung von Fahrzeugen auf andere Märkte vollständig zu kompensieren. Die SUV Fertigungslinie die von Daimlers Flaggschiff-Marke Mercedes-Benz in Vance, Alabama betrieben wird, wurde besonders getroffen als die Verkaufszahlen in dem wichtigen chinesischen Markt fielen.

Nach einer Studie von Ernst & Young behielten Volkswagen und BMW im ersten Quartal 2018 ihre führenden Positionen in der globalen Automobilindustrie. Das Wolfsburger Unternehmen lag im Hinblick auf Gesamtumsatz und Gewinn weltweit an der Spitze. BMW erreichte den ersten Platz für seine Profitabilität.

Der Studie zufolge war das boomende Chinageschäft erneut ein wesentlicher Wachstumstreiber für die deutschen Automobilhersteller.