Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang ist am 8. Juli in Berlin eingetroffen. Er stattet Deutschland einen offiziellen Besuch ab und nimmt an den Fünften deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen teil.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang ist am Sonntag zur 5. Runde der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen und einem offiziellen Staatsbesuch in Deutschland eingetroffen.

Bei seiner Ankunft stellte Li fest, dass er und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im Mai China einen Besuch abgestattet hatte, ihre gegenseitigen Besuche in weniger als einem halben Jahr seit dem Amtsantritt der neuen Regierungen im März absolviert haben.

Nach Auffassung Lis spiegele dies die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern und deren Hoffnung auf eine noch engere Zusammenarbeit wider. Für Li Keqiang ist dies bereits der vierte Deutschlandbesuch als chinesischer Ministerpräsident.

Die Regierungskonsultationen stellten den zwischenstaatlichen Kontakt auf höchster Ebene dar und dienten als wichtigste Plattform für Dialog und Austausch zwischen den beiden Ländern. Li sagte fest, dass die Regierungskonsultationen eine wichtige Rolle für Koordination und Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit spielten.

Vor dem Hintergrund komplexer und sich im Wandel befindlicher internationaler Rahmenbedingungen sollten die Regierungen beider Länder ihre Konsultationen dazu nutzen, um den Konsens zu stärken, die Zusammenarbeit auszubauen und eine gedeihliche Entwicklung anzustreben, so Li.

Beide Seiten sollten nach Auffassung Lis gemeinsam von einem neuen Startpunkt aus eine künftige umfassende Zusammenarbeit ins Auge fassen, um so "Vorteile für beide Länder und Völker zu erringen und die chinesisch-europäische Kooperation zu beflügeln. Zudem gilt es, einen Beitrag zu liefern zur Verteidigung des Freihandels, zum Multilateralismus und einer gerechten internationalen Ordnung."

Während seines bis Dienstag andauernden Staatsbesuchs will Li mit Merkel Gespräche führen. Die beiden Spitzenpolitiker werden an einer Unterschriftenzeremonie teilnehmen und ein Forum zur chinesisch-deutschen Partnerschaft für Wirtschafts- und Technologiethemen besuchen. Außerdem haben sie ihre Teilnahme an einer Präsentation zum Thema Autonomes Fahren zugesagt.

Der chinesische Ministerpräsident wird auch mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zusammentreffen.

Seit der Aufwertung ihrer Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft im Jahre 2014 pflegen die beiden Staaten einen häufigen Austausch auf Regierungsebene und haben ihre praktische Zusammenarbeit auf zahlreichen Gebieten intensiviert.

Seit 43 aufeinander folgenden Jahren ist Deutschland Chinas wichtigster Handelspartner in Europa. Für Deutschland ist China der weltweit größte Handelspartner.

Li ist in Deutschland nach einem offiziellen Staatsbesuch Bulgariens eingetroffen. Er hatte dort in Sofia am 7. Regierungstreffen zwischen China und der Führungsebene von sechzehn mittel- und osteuropäischen Staaten teilgenommen.

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang ist am 8. Juli in Berlin eingetroffen.