Unternehmen in der EU erzielten im Jahr 2017 in China sehr gute finanzielle Ergebnisse, wodurch China in Bezug auf aktuelle und zukünftige Investitionen unter den führenden drei Ländern blieb. Dies geht aus der Geschäftsklimaindex-Umfrage 2018 hervor, welche die EU-Handelskammer in China zusammen mit der Unternehmensberatung Roland Berger am Mittwoch lancierten.

Trotz des verschärften Wettbewerbs und anderer Herausforderungen wie steigender Arbeits- und Lebenshaltungskosten haben sich 66 Prozent der rund 500 befragten Unternehmen im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Dies ist auf robuste Umsätze in den Branchen Medizinprodukte und Pharmazeutika sowie in der Automobilindustrie zurückzuführen.

In diesem Jahr erzielte der höchste Prozentsatz von Unternehmen seit dem Jahr 2005 ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Branchen wie Automobil, Transport, Logistik und Vertrieb, Chemie und Erdöl entwickelten sich besonders positiv.

Weil China sich auf fortschrittliche Fertigung konzentriert, werden Länder wie Malaysia, Indien, Thailand, Indonesien und Vietnam zu immer attraktiveren Zielen für Niedrigkostenbetriebe.

Im Allgemeinen bleiben die europäischen Unternehmen jedoch weiterhin China verpflichtet. China gehört für 59 Prozent der Mitgliedsunternehmen zu den führenden drei Standorten für gegenwärtige und zukünftige Investitionen.

Die diesjährige Umfrage unterstreicht auch die wachsende Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen. Zum ersten Mal gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, chinesische Unternehmen seien genauso oder sogar innovativer als europäische Firmen.

Weil das inländische Umfeld stärker auf Innovation ausgerichtet ist, haben sich auch die allgemeinen Bestimmungen für Forschung und Entwicklung verbessert. Im Vergleich zu 2016 schätzen europäische Unternehmen das Forschungs- und Entwicklungsumfeld in China jetzt doppelt so hoch ein wie im weltweiten Durchschnitt.

„Immer mehr europäische Unternehmen beobachten ein Innovationsniveau in China, das mit Europa oder Amerika vergleichbar ist“, sagte Roland Berger-Asienleiter Denis Depoux. „Dies kann das europäische Geschäft stören, aber es ist auch ein Zeichen, dass die Zeit gekommen ist die Stärke der chinesischen Forschung und Entwicklung, und den unternehmerischen Einfallsreichtum chinesischer Unternehmer zu nutzen, um entweder neue Anwendungen zu entwickeln oder sie auf einem innovationsdurstigen chinesischen Markt zu testen.“

Während europäische Unternehmen diese positiven Entwicklungen in China begrüßen, berichten viele von ihnen auch von anhaltenden regulatorischen Hindernissen als einer ihrer größten Sorgen und Herausforderungen.

„Jetzt, da die chinesischen Unternehmen eindeutig stärker und wettbewerbsfähiger werden, ist es an der Zeit, dass China die Stützräder ablegt, um auf lange Sicht eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen“, sagte der Präsident der Europäischen Kommission, Mats Harborn.

Die chinesische Regierung hat in der politischen Saison im März eine großangelegte Umstrukturierung vorgenommen. Viele glauben, dass dies jetzt ein gutes Zeitfenster ist, um viele regulatorische Probleme des Landes anzugehen.