Der Bierabsatz in China und die Aktienkurse chinesischer Brauereien sind im Vorfeld der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018, die vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland stattfinden wird, nach oben geschossen.

In diesem Jahr werden viele Spiele der Fußballveranstaltung, die alle vier Jahre stattfindet, von chinesischen Fans in Bars und Restaurants verfolgt. Dort ist der Bierkonsum hoch, besonders bei teuren Bieren.

Der Bierabsatz steigt bereits seit Mai. Das monatliche Verkaufsvolumen stieg um fast 100 Prozent. Auf dem Online-Marktplatz Tmall betrug der Tagesverkauf an Bier am 17. Mai nach Firmenangaben 1,3 Millionen Flaschen.

Im Gegensatz zum schleppenden Aktienindex an der Börse Shanghai sind die Bierbestände gestiegen, darunter Yanjing Beer, Chongqing Beer, Lanzhou Huanghe und Pearl River Beer. Der Aktienkurs von Pearl River Beer stieg im Mai beispielsweise um 42,7 Prozent.

Laut Sinolink Securities hat die Fußball-Weltmeisterschaft den Biersektor in diesem Sommer gestärkt, der – im Vergleich zu den Vorjahren – bisher höhere Temperaturen verzeichnet.

Die größten inländischen Bierhersteller des Landes erweitern ihr Angebot an Produkten der mittleren und höheren Preisklasse. Laut Euromonitor International, einem Marktforschungsunternehmen, werden bis zum Jahr 2020 mehr als 30 Prozent des Biermarkts in China zum mittleren und oberen Marktsegment gehören.

Die Tsingtao Brewery Co hat in den vergangenen Jahren viele hochwertige Produkte entwickelt, darunter Classic 1903, Gersten-Weißbier und Tsingtao Pilsner, was zur Rentabilität der Brauerei beiträgt.

Im Jahr 2017 erreichte das Verkaufsvolumen ihrer Kernmarke Tsingtao Beer 37,65 Millionen Hektoliter. Rund 16,25 Millionen Hektoliter des Absatzvolumens stammten von Produkten der mittleren und oberen Preisklassen wie Augerta, Hong Yun Dang Tou, Classic 1903 und Fassbier, die ihre führende Position im mittleren und gehobenen Marktsegment behaupteten.

Im Jahr 2017 sanken die Umsatzerlöse aus den kostengünstigen Produkten von Chongqing Beer wie Chongqing 33 und Shancheng um 2,07 Prozent und die der Produkte des mittleren Segments Lebor und Chongqing Guobin um 1,81 Prozent. Der Umsatz der Produkte der gehobenen Klasse wie Carlsberg, Tuborg Draft und Chongqing Draught Beer stieg im vergangenen Jahr jedoch um 8,42 Prozent.

Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte Chongqing Beer, eine Tochtergesellschaft der dänischen Carlsberg-Gruppe in China, 214.000 Liter Bier, ein Plus von 3,33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz erreichte 813 Millionen Yuan, ein Plus von 10,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gewinne des in der renommierten Hot-Pot-Stadt des Landes ansässigen Bierherstellers erhöhten sich im ersten Quartal um 56,9 Prozent auf 75,5 Millionen Yuan (10,02 Millionen Euro).

Die herkömmlichen Orte von Bierverkäufen, wie Supermärkte, die früher die Hauptorte für Bierwerbung waren, werden in diesem Jahr allmählich durch Online-Einzelhändler, Betriebsgastronomie und Fußballbars ersetzt.