Angesichts jüngster Provokationen wie der südkoreanisch-amerikanischen Militärmanöver habe Nordkorea keine andere Wahl, als die Gespräche auf hoher Ebene mit dem Süden abzusagen, berichtete die offiziöse nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch.

Die USA sollten gründlich über die Aussichten des geplanten nordkoreanisch-amerikanischen Gipfeltreffens nachdenken, heißt es in dem Beitrag weiter.

Kurz nach Veröffentlichung des Berichts ließ das US-Außenministerium verlautbaren, dass es weiter an der Planung des für den 12. Juni in Singapur vorgesehenen Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim festhalte.

Die Vereinigten Staaten hätten keine direkten Nachrichten aus Pjöngjang oder Seoul erhalten, welche diese Planungen in Frage stellen würden, sagte die Sprecherin des Außenministeriums Heather Nauert bei einem Briefing in Washington.

Die USA müssten den Bericht der Nachrichtenagentur überprüfen, "wir haben keine formelle oder informelle Benachrichtigung erhalten."

"Bislang konnten wir einige recht gute Maßnahmen Nordkoreas registrieren," sagte Nauert und nannte die Freilassung von drei Amerikanern in der vergangenen Woche. "Dies sind Schritte in die richtige Richtung … Ich denke, das sind gute Zeichen."

KCNA berichtet, dass an der gemeinsamen Luftwaffenübung "2018 Max Thunder" der USA und Südkoreas mehr als hundert Flugzeuge beteiligt seien. Zweck der Übung seien Präventivschläge gegen Nordkorea und die Erlangung der Lufthoheit.

Die koreanische Version des KCNA-Berichts nennt die Übung "ein Spiel mit dem Feuer," das eine eklatante Herausforderung gegen die Erklärung von Panmunjom ist und eine gewollte militärische Provokation darstellt, die sich gegen die positive politische Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel richtet."

Der Bericht spricht davon, dass der Norden und der Süden darin übereingekommen wären, eine gemeinsame Anstrengung zur Verminderung der militärischen Spannungen und der Kriegsgefahr auf der Halbinsel zu unternehmen, was die "volle Unterstützung der USA " gefunden habe.

"Nun haben jedoch, noch bevor die Tinte der Unterschrift unter der historischen Erklärung vom 27. April getrocknet ist, Südkorea und die USA als Antwort auf alle friedensliebenden Bemühungen und guten Absichten Nordkoreas ein Militärmanöver gegen Nordkorea gestartet, was nicht anders als eine rüde und niederträchtige Provokation aufgefasst werden kann," heißt es in dem Bericht.

Die für den heutigen Mittwoch vorgesehenen Gespräche auf hoher Ebene sollten Mittel und Wege zur Umsetzung der Erklärung von Panmunjom finden, sagte gestern das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium.

Die Erklärung von Panmunjom wurde am 27. April nach dem dritten innerkoreanischen Gipfel zwischen Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-un verkündet. Sie schlägt die völlige Denuklearisierung und die Umwandlung des gegenwärtigen Waffenstillstands in einen Friedensvertrag bis Ende diesen Jahres vor.

"Die südkoreanische Regierung trägt die volle Verantwortung für das Scheitern der Gespräche auf hoher Ebene und die Schwierigkeiten und Hindernisse auf dem Weg zu befriedigenden Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden," heißt es in dem Bericht der KCNA.

Nordkorea werde "sehr genau das Verhalten" der Vereinigten Staaten und der südkoreanischen Regierung im Auge behalten.