Der stellvertretende Ministerpräsident Liu He besucht vom heutigen Dienstag bis kommenden Samstag als Sonderbotschafter von Staatspräsident Xi Jinping die USA, um dort Handelsgespräche zu führen.

Liu werde auf Einladung der US-Regierung mit dem amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin zusammentreffen, sagte der Sprecher des Außenministeriums Lu Kang.

Das Ministertreffen folgt einem hochrangigen Treffen, das am 3. und 4. Mai in Beijing stattgefunden hatte. Tu Xinquan, Professor an der Beijinger University of International Business and Economics, erwartet eine Fortsetzung der Debatte um den Ausbau der Importe aus den USA, Handel mit Dienstleistungen, Investmentmöglichkeiten für beide Länder, Fragen des Schutzes geistigen Eigentums und die Lösung der Strafzollfrage.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag gesagt, dass er das Handelsministerium angewiesen habe, dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE einen erneuten Zugang zum amerikanischen Markt zu gewähren. Lu sagte, dass China dieses Signal positiv aufgenommen habe. Die Regierung halte den engen Kontakt zu US-Regierungsstellen aufrecht.

Henry Levine, ein ehemaliger Amtsträger aus dem amerikanischen Handelsministerium, meint dazu: "Ich werte dies als einen positiven Schritt und hoffe, dass er eine vorteilhafte Atmosphäre für die nächste Gesprächsrunde zwischen beiden Ländern schaffen wird. Ich wünsche mir, dass Beijing darauf mit einem konstruktiven Vorschlag reagiert und beide Länder einen Prozess beginnen, in dessen Verlauf jede Seite positive Schritte für einen förderlichen Handel einleitet".

Eswar Prasad, ehemaliger Leiter der China-Abteilung des Internationalen Währungsfonds (IMF) und heute Berater am Think Tank Brookings Institution, meint, dass dieser Schritt der US-Regierung einer zeitweiligen Deeskalation im Handelsstreit der beiden Länder die Bühne bereite.

"Für den Besuch von Liu He in Washington ist das jedenfalls eine gute Vorgabe, die darauf hinweist, dass eine Übereinkunft erzielt werden kann, die jede Seite zumindest als Teilsieg verbuchen mag," sagt Prasad.