In China erhalten Kinder regelmäßig Rabatte und andere Vergünstigungen. Doch diese werden nicht aufgrund des Alters gewährt, sondern aufgrund der Körpergröße. Eltern fordern Chinas Unternehmen nun zu einer Änderung auf, berichtet die Nachrichtenwebseite chinanews.com.

Nach einer Studie der China Youth Daily betrachten 60 Prozent von rund 1969 befragten Eltern die Rabattvergabe nach Körpergröße als ungerechtfertigt. 70 Prozent der Eltern befürworten Rabatte ausschließlich aufgrund des Alters.

Auch wenn die Regelungen von Region zu Region abweichen können, hat die Nationale Kommission für Entwicklung und Reform bereits im Jahr 2012 festgelegt, dass Kinder unter sechs Jahren oder unter 1,20 Meter Körpergröße für bestimmte Touristenattraktionen kein Ticket benötigen. Besucher zwischen dem sechsten und dem achtzehnten Lebensjahr erhalten Eintritt zum halben Preis. Auch im öffentlichen Nahverkehr werden landesweit Rabatte gewährt, die auf der Körpergröße basieren.

Einige Eltern halten das Preismodell für überholt. Da Kinder dank besserer Ernährung immer größer würden, seien die alten Standards nicht mehr aktuell. Auch sei es möglicherweise gefährlich, Kinder wegen ihrer Körpergröße zu diskriminieren.

Offiziellen Daten zufolge hat die durchschnittliche Körpergröße von Kindern in Städten zwischen 1992 und 2002 um 4,9 Zentimeter zugenommen. Bis 2012 nahm die Durchschnittsgröße um 3,7 Zentimeter zu auf eine durchschnittliche Größe von 1,20 Metern.

Unterstützer des Rabatts nach Körpergröße führen an, dieser sei wesentlich unkomplizierter, als bei jedem Kind das Alter nachzuprüfen.

Nach Aussage von Chen Guangjin, einem Direktor am Institut für Soziologie an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, bieten sowohl der größenbasierte, als auch der altersbasierte Ansatz Vorteile.

„Wenn Ticketanbieter weiterhin Rabatte aufgrund der Körpergröße anbieten, sollte die dazu erforderliche Größe regelmäßig an die durchschnittliche Größe der Kinder angepasst werden. Um das Alter zu prüfen, sollten Kinder eine eigene ID-Karte erhalten, ähnlich wie Senioren. Dieser Schritt erhöht vielleicht die Sozialausgaben, dient aber auch dem Schutz der legitimen Rechte von Kindern“, sagte Chen.