Ein chinesisches Medienunternehmen hat sich entschuldigt und sein offizielles WeChat-Konto geschlossen, nachdem es einen Artikel mit einer fiktiven und vulgären Beschreibung eines vor kurzem begangenen Mordes veröffentlicht hatte. In diesem wurde eine Frau getötet, nachdem sie ein Auto über die Mitfahr-App Didi gerufen hatte, wie Beijing News berichtete.

Ergeng, ein in Hangzhou ansässiges Medienunternehmen, das auf die Erstellung von Videoinhalten spezialisiert ist, veröffentlichte am Freitag einen Artikel über den Aufsehen erregenden Vorfall vom 6. Mai, bei dem eine 21-jährige Flugbegleiterin von einem Fahrer, erstochen wurde, der ohne eine ordnungsgemäße Registrierung bei Didi Kunden bediente. Der Artikel enthielt eine schmutzige Sprache, die eine imaginäre, blutige und pornografische Mordszene beschreibt, die vielen Menschen Unbehagen bereitete. Seit der Veröffentlichung des Artikels auf Ergengshitang, die an das Unternehmen angebundene WeChat-Plattform, löst er die Empörung und Verurteilung durch die Öffentlichkeit aus.

Ein Screenshot zeigt den nun entfernten kontroversen Artikel über die ermordete Flugbegleiterin, der auf Ergengshitangs WeChat-Konto veröffentlicht wurde. [Archivfoto: China Nation Radio]

Viele Online-Nutzer kritisierten den Artikel dafür, dass er eine tragische Geschichte als Werbeinstrument nutzte, um die Besucherzahl hochzutreiben und dem Opfer und seiner Familie ein zweites Mal Schaden zuzufügen.

Einige nannten Ergengshitang eine „unmenschliche Medienorganisation“, die den moralischen Abgrund erreicht habe.

Die Zhejiang Cyberspace Provinzverwaltung nahm am Samstag mit Ergengshitang bezüglich seines vulgären Artikels Kontakt auf und bat das Unternehmen, den Inhalt zu entfernen.

Als Reaktion auf den Skandal entschuldigte sich Ergengs Gründer Ding Feng am Sonntag öffentlich und räumte ein, dass der Fehler des Unternehmens „schädliche soziale Auswirkungen“ verursacht habe. Ding versprach in seinem Entschuldigungsschreiben, dass das Unternehmen Ergengshitang-Konten auf allen seinen Plattformen dauerhaft schließen werde und Li Ming, den Mitgründer von Ergengshitang, von allen seinen Ämtern im Unternehmen entheben werde. Der umstrittene Artikel wurde inzwischen gelöscht und das Konto Ergengshitang auf WeChat geschlossen.