Chinas jüngste Maßnahmen zur Öffnung des heimischen Finanzmarktes ziehen verstärkt ausländische Investoren an, die von Chinas nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung profitieren wollen.

Der japanische Wertpapierhändler Nomura kündigte vergangene Woche als erstes ausländisches Unternehmen an, als Antwort auf die Erleichterungen beim Marktzugang eine Holding-Firma in China zu gründen.

Das Unternehmen strebt eine 51-prozentigen Mehrheitsbeteiligung an dieser Handelsfirma an und hat am 8. Mai bei der chinesischen Börsenregulierungskommission (CSRC) entsprechende Unterlagen eingereicht.

Kurz darauf verkündete am 10. Mai die CSRC, dass JP Morgan Broking (Hong Kong) Limited den Antrag zur Gründung eines Wertpapierhandelsunternehmens unter den gleichen Konditionen gestellt habe.

Anfang des Monats hat die internationale Investmentbank UBS entschieden, ihren Anteil am Joint Venture UBS Securities Co. mit Standort China von 24,99 Prozent auf 51 Prozent zu erhöhen. Das Unternehmen ist die erste ausländisch finanzierte Wertpapierhandelsfirma, die über alle Lizenzen verfügt.

"Dies sind wichtige Zeichen für die Öffnung des chinesischen Finanzmarktes, sie legen Zeugnis ab für das große Potential des Marktes und das Vertrauen ausländischer Investoren," meint Yang Changyong, Wissenschaftler an der Chinesischen Akademie für makroökonomische Forschung, gegenüber Xinhua.

China hat Ende April neue Richtlinien für den Handel mit Wertpapieren durch ausländische Firmen erlassen.

"Diese Neuregelung ist ein weiterer Schritt zur Öffnung des chinesischen Finanzsektors für ausländische Akteure und wird für einen gesunden Wettbewerb sorgen, sowie wertvolle Markterfahrungen nach China tragen, von denen die heimischen Institute profitieren können," so Yang.

Seit Anfang 2018, dem Jahr, das den 40. Jahrestag des Beginns der Reform- und Öffnungspolitik markiert, hat China eine ganze Palette von Maßnahmen ergriffen, mit denen der Zugang zum Finanzmarkt erleichtert werden sollen.

Im April wurde die Erhöhung von Anteilen an zwei Pilotprojekten bekanntgegeben, die es heimischen Investoren ermöglichen, Anteile an ausländischen Vermögenswerten zu erwerben. Auch diese Maßnahme geschieht im Rahmen der breit angelegten Bemühungen um eine Öffnung des Finanzmarktes.

Die Anteilshöhe der Beteiligung am Programm Qualified Domestic Limited Partnership in Shanghai und am Qualified Domestic Investment Enterprise in Shenzhen wird jeweils um fünf Milliarden US-Dollar erhöht.

Ab 1. Mai sind auch die Tagesquoten für den kombinierten Wertpapierhandel Shanghai-Hongkong und Shenzhen-Hongkong erhöht worden.

Ab Juni wird der amerikanische Finanzdienstleister MSCI, der weltweit Entscheidungshilfen für das Investment Banking anbietet, eine Auswahl von hochrangigen chinesischen Aktiengesellschaften in seinen Marktindex aufnehmen und solcherart internationalen Investoren neue Kanäle erschließen, um an Chinas Wachstum zu partizipieren.