China hat am Montagnachmittag zwei Navigationssatelliten in eine Erdumlaufbahn entsandt und damit einen weiteren Schritt zu einem weltweiten Netzwerk gesetzt.

Der 28. und der 29. Satellit der in China im Rahmen des bislang größten Weltraumprogramm entwickelten Beidou-Baureihe wurden an Bord einer “Langen Marsch 3B” Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Xichang aus in den Orbit gestartet.

Die beiden Satelliten sind der fünfte und sechste Satellit aus der dritten Generation der Beidou-Satelliten. Sie werden im Orbit zunächst einer Testphase unterzogen und dann mit den bereits früher in eine Erdumlaufbahn gebrachten vier Satelliten der gleichen Generation verbunden.

Im November 2017 wurden die ersten beiden Satelliten der dritten Beidou-Generation von Xichang aus gestartet, im Januar folgten zwei weitere vom selben Weltraumbahnhof aus.

Beidou ist das vierte weltraumgestützte Navigationssystem der Welt nach GPS aus den Vereinigten Staaten, GLOSNASS aus Russland und Galileo aus der Europäischen Union.

Im Jahr 2000 wurden die ersten Beidou-Satelliten in eine Umlaufbahn gebracht. Seither sind 33 Satelliten erfolgreich platziert worden. Seit Dezember 2012 bietet hat das Beidou-System Dienstleistungen auf den Gebieten Positionsangaben, Navigation, Zeitmessung und Nachrichtenübermittlung für die zivile Nutzung in China und Teilen der Asien-Pazifik-Region an.

Ende diesen Jahres werden achtzehn Beidou-Satelliten der dritten Generation in einer Erdumlaufbahn platziert sein. Nach Angaben der Fachbehörde werden diese modernen Satelliten mit denen der früheren Generationen verbunden und alle Länder abdecken, die sich an der Initiative “Ein Gürtel – Eine Straße” beteiligen.

Diese Initiative – 2013 von Staatspräsident Xi Jinping ins Leben gerufen – ist ein umfassender Entwicklungsplan für den Wirtschaftsraum der aus der so genannten Seidenstraße, die China über Zentralasien mit Europa verbindet, und der Seidenstraße des Meeres im 21. Jahrhundert besteht, die sich von Südchina über Südostasien bis nach Afrika erstreckt. Nach Angaben der Regierung sollen von der Initiative 4,4 Mrd. Menschen in 65 Ländern profitieren.

Derzeit deckt Beidou ungefähr dreißig der in der Initiative versammelten Länder ab, darunter Pakistan, Ägypten und Indonesien.

In den Jahren 2019 und 2020 beabsichtigt China sechs Satelliten der dritten Generation der Beidou-Baureihe auf eine mittlere Erdumlaufbahn zu schicken, drei auf einen geosynchronen und zwei auf einen geostationären Orbit.

Nach den Plänen der Fachbehörde soll bis Ende 2020 das Netzwerk aus 35 Satelliten bestehen. Bis dahin werden einige momentan noch aktive aber veraltete Satelliten außer Dienst gestellt, um so eine weltweite Verfügbarkeit des Navigatiossystems sicherzustellen.