Xi Jinping und Emmanuel Macron haben am Dienstag im Anschluss an die politischen Gespräche die Fertigstellung des EPR-Kernreaktors gefeiert. Zudem nahmen sie an der Unterzeichnung von 20 Verträgen zur bilateralen Kooperation teil.

Xi Jinping und Emmanuel Macron am Dienstag nach einem Pressetermin in der Großen Halle des Volkes in Beijing, Foto: Feng Yongbin, China Daily.

Die beiden Staatschefs enthüllten bei ihrem Treffen in der Großen Halle des Volkes eine Plakette, die den erfolgreichen Abschluss des Projekts im Kernkraftwerk von Taishan dokumentiert. Der Kernreaktor der dritten Generation zählt hinsichtlich seiner Leistung und Sicherheit zu den fortschrittlichsten der Welt.

Das Projekt, an dem acht Jahre gearbeitet wurde, sei das größte in der Energiekooperation beider Länder und ein großartiges Beispiel für die bilaterale Wirtschaftskooperation, sagte Nur Bekri, der Vizevorsitzende von Chinas Nationaler Kommission für Entwicklung und Reform und Direktor der nationalen Energieagentur.

In den Gesprächen mit Macron betonte Xi, beide Länder sollten ihre gemeinsamen Anstrengungen in den traditionellen Bereichen der Zusammenarbeit vertiefen, dazu zählten Kernenergie und Luftfahrt.

Beijing und Paris sollten zudem neue Wachstumsmotoren entwickeln, etwa in der Landwirtschaft, der medizinischen Versorgung und im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, sagte Chinas Staatschef. Macron griff Xis Forderung nach einer Verstärkung der bilateralen Beziehungen im Rahmen der Seidenstraßeninitiative auf und betonte, diese Kooperation sei von großer strategischer Bedeutung.

Zahlreiche Kooperationsprojekte unterzeichnet

Paris trachte danach, Kommunikation und Dialog mit China auf hohem Niveau und in zahlreichen Gebieten zu verstärken, die Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen wie Luftfahrt und Kernenergie zu intensivieren und ein neues Kapitel in der bilateralen Zusammenarbeit aufzuschlagen, sagte Macron.

Da China Gastgeber der Olympischen Winterspiele im Jahr 2022 ist und Paris die Sommerspiele 2024 ausrichtet, sollten beide Länder ihr Zusammenwirken beim Jugendaustausch und im Tourismus verstärken.

Macron war am Montag zu seinem ersten Staatsbesuch in China eingetroffen. Die 20 Abkommen, die China und Frankreich am Dienstag unterzeichneten, erstrecken sich auf die Felder Kernenergie, Luftfahrt und Gesundheit.

Nach den Gesprächen kamen Xi und Macron mit Delegierten zusammen und nahmen am ersten Treffen des französisch-chinesischen Unternehmerverbandes teil. Dort bekräftigte Xi die Öffnungspolitik Chinas und die Verpflichtung seines Landes, ein größeres Maß an wirtschaftlicher Offenheit anzustreben. China sei zu einer reziproken Öffnung gegenüber Frankreich und Europa bereit und unterstütze die Stärkung des Weltwirtschaftssystems.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sagte Chinas Präsident, er habe sich mit Macron auf eine Stärkung der bilateralen Kooperation im internationalen Kontext verständigt. Dies betreffe auch die gemeinsame Suche nach Lösungen bei Problemen wie dem Klimawandel und Terrorismus.

China sei ein entschiedener Unterstützer der europäischen Integration und schätze Frankreichs Beitrag zu den chinesisch-europäischen Beziehungen, unterstrich Xi. China verfüge auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz über große Leistungsfähigkeit, hob Macron hervor. Eine Kooperation beider Länder in vielversprechenden Sektoren wie diesen werde positiven Einfluss entfalten.