Kinder und Jugendliche in Beijing bekommen weniger Schlaf als Gleichaltrige in anderen Teilen Chinas, wodurch sie ein höheres Risiko für körperliche und psychische Gesundheitsprobleme haben, wird in einem Bericht gewarnt.

Die Einwohner schlafen im Durchschnitt 7,6 Stunden pro Nacht, aber etwa 25 Prozent der Stadtbevölkerung bekommen regelmäßig nicht genug Schlaf, wie aus dem von der Beijinger Kommission für Gesundheit und Familienplanung veröffentlichten Schlafindex für das Land hervorgeht. Mindestens 30 Prozent leben mit weniger als 6,5 Stunden Schlaf pro Nacht, besagt der Bericht. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die in der Hauptstadt leben, bekommen aufgrund der Massen an Hausaufgaben, der übermäßigen Nutzung elektronischer Geräte und der schlechten Schlafgewohnheiten weniger Schlaf als ihre Altersgenossen in anderen Teilen des Landes.

Grundschülerin Li Li erzählte, dass sie jeden Tag gegen Mitternacht ins Bett gehe, nachdem sie ihre Hausaufgaben erledigt und ein paar Stunden lang Handyspiele gespielt hat. „Ich spiele Online-Spiele mit vielen meiner Klassenkameraden, nachdem wir unsere Hausaufgaben beendet haben“, so die 10-Jährige. „Es ist eine Art, sich nach dem vielen Lernen vom ganzen Tag zu entspannen. Außerdem spielen meine Eltern nach dem Abendessen auch Handyspiele.“

Gesundheitsexperten warnen, dass langfristige Schlafprobleme und Schlaflosigkeit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Angstzuständen und Depressionen erhöhen können. Ein Bericht über die Schlafgewohnheiten in China, der im November von Huawei Sports and Healthcare veröffentlicht wurde, besagt, dass die Hauptprobleme in China unzureichender Tiefschlaf, schlechte Träume und häufiges Aufwachen sind. Mehr als 60 Prozent der Chinesen bekommen nicht genug Tiefschlaf, der in der non-REM-Phase (nonrapid eye movement) stattfindet, wie die Ergebnisse zeigen. Laut der American Sleep Association gibt die non-REM-Phase dem Gehirn Zeit, sich von den täglichen Aktivitäten zu erholen, was für die Gesundheit wichtig ist.

Gao Jian, 30-jähriger Banker in Beijing, sagte, dass er nie vor Mitternacht ins Bett komme und es ihm oft schwer falle einzuschlafen, wenn er ein wichtiges Projekt abwickelt. „Es scheint, dass fast jeder, der im Finanzbereich arbeitet, Schlafprobleme hat, weil unsere Arbeit so stressig ist“, meint er. „Es wäre eine große Neuigkeit, wenn jemand in meinem Team gut schlafen würde.“ Der Bericht der Kommission fordert die Leute auf, Schlafprobleme ernst zu nehmen: „Wenn nötig, sollten diejenigen, die unter anhaltenden Problemen leiden, zum Arzt oder in ein medizinisches Versorgungszentrum gehen, um Hilfe zu bekommen.“