Chinas Außenminister Wang Yi sagte am Montag unter dem Eindruck der bislang größten Luftwaffenübungen Südkoreas und der Vereinigten Staaten im Gefolge des jüngsten Raketenstarts Pjöngjangs, dass es bedauerlich sei, dass sich nach einer Phase der Stabilität die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder erhöht hätten.

Demonstranten protestieren vor der US-Botschaft in Seoul gegen die gemeinsame Luftwaffenübung“Vigilant Ace”, an der die USA und Südkorea teilnehmen. (Foto vom 4. Dezember, AP)

"Nach zwei Monaten relativer Ruhe sind die Spannungen erneut aufgetreten. Alle betroffenen Parteien haben es verabsäumt, die von China beschworene Gelegenheit zur Beilegung des Streits zu nutzen. China bedauert dies“, sagte Wang auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem mongolischen Amtskollegen in Beijing.

Der Außenminister führte aus, dass China offen sei für Lösungsansätze der Krise, während sich alle Parteien gemeinsam Wortlaut und Geist der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates öffnen sollten.

"Die Resolutionen drücken den gemeinsamen Willen der Völkergemeinschaft aus und sind ein globales Pflichtenheft, das von allen Mitgliedern befolgt werde sollte“, sagte Wang.

Ansätze, die nicht den Resolutionen entsprächen, entbehrten der Grundlage internationalen Rechts und gefährdeten die legitimen Rechte und Interessen der Mitglieder des Sicherheitsrates, fügte er hinzu.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap haben Südkorea und die Vereinigten Staaten die fünftägige Luftwaffenübung “Vigilant Ace” begonnen, an der mehr als 230 Kampfflugzeuge und etwa 12.000 Militärangehörige teilnehmen.

Die Nachrichtenagentur KCNA verbreitete die Äußerung Pjöngjangs, wonach die Militärmanöver die bereits angespannte Lage die Halbinsel an den Rand eines Atomkrieges führen würde.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Geng Shuang sagte am Montag, dass China hoffe, dass alle Seiten auf Provokationen verzichteten und dabei helfen sollten, die Spannungen zu verringern.

China hat ein zweigleisiges Verfahren und die “Aussetzung gegen Aussetzung” Initiative zur Lösung der Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel vorgeschlagen. Dabei werde Pjöngjang dazu aufgerufen, ihre Raketen- und Atomaktivitäten zu unterbrechen und auf Washington und Seoul eingewirkt, ihre Militärmanöver einzustellen.

Wang Junsheng, Experte für Fragen der koreanischen Halbinsel an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, sagte, dass keine Partei durch ständiges Spielenlassen der Muskeln gewinnen werde.