Mit mehr als 40 Containern ist am Freitag der Güterzug in die chinesische Stadt Xi'an von Kouvola im Südosten Finnlands aus gestartet.

Es wird 17 Tage dauern, die 9.000 Kilometer lange Strecke durch den eurasischen Kontinent zurückzulegen und dabei Länder wie Russland und Kasachstan zu durchfahren, bevor der Zug die Endstation, die nordwestchinesische Stadt Xi'an, erreicht, eine der ältesten Städte in China. Im Vergleich zu normaler Seefracht kann die Güterzugstrecke die Reisedauer um 30 Tage verkürzen.

Neuer Handelskanal

Die Güter in den Containern seien sämtlich in Finnland hergestellt und reichten von Maschinen und Holz über Arbeitskleidung bis hin zu Schiffskomponenten, so Jari Gronlund, dem leitenden Betriebsangestellten des Unternehmens Unytrade. Das erst im Sommer gegründete Unternehmen diene insbesondere der neu eröffneten Route, so Gronlund, der der Ansicht ist, dass die einzige Zugstrecke zwischen Skandinavien und China einen neuen Kanal eröffnen wird, um mehr nordische Produkte zu den Ländern entlang der Route zu transportieren.

Olli-Pekka Hilmola, Logistik-Professor an der Universität Lappeenranta für Technologie, erklärte gegenüber der finnischen nationalen Rundfunkanstalt Yle, dass eine reguläre Zugverbindung von Kouvola nach China wichtig für die finnische Wirtschaft sei. Laut Li Zhao, einem Assistenten des Geschäftsführers der Xi'an International Inland Port Investment & Development Group, werden die Güter in China nach ihrer Ankunft in Xi'an zu verschiedenen Märkten weitertransportiert. Als hauptsächlicher Betreiber des multinationalen Projekts hat die Gruppe den Transport in Finnland an VR, die staatseigene Bahngesellschaft, ausgelagert, und die anderen Abschnitte an die Bahnunternehmen von Russland und Kasachstan. Planmäßig werden insgesamt bis Ende des Jahres fünf Züge zwischen Kouvola und Xi'an verkehren. Gleichzeitig wird ein Zug pro Woche von Xi'an nach Kouvolafahren. Li sagte, die Züge würden wahrscheinlich öfter fahren werden, wenn der Handel reibungslos verläuft, und in naher Zukunft werde hoffentlich ein Güterzug pro Tag fahren.

Verbesserte Integration

Bislang seien jedes Jahr Hunderte Güterzüge zwischen China und der EU durch Zentralasiengefahren, aber die neue Strecke nach Kouvola werde als neues Kapitel für die Wirtschaftsbeziehungen und die kulturelle Kommunikation dienen, so Murat Nurtleuov, Botschafter von Kasachstan in Finnland. Er erinnerte sich an die von China vorgeschlagene Seidenstraßeninitiative, die später von Dutzenden Ländern, insbesondere in Asien und Osteuropa, unterstützt worden sei. Nun, da Finnland Teil davon ist, sei eine neue Richtung gefunden worden. Beider Einweihung der Zugstrecke sagte der chinesische Botschafterin Finnland, Chen Li, man habe viel erreicht: die Kommunikation unter den vier Ländern China, Finnland, Kasachstan und Russland, die Konnektivität von Einrichtungen den reibungslosen Fluss von Handelsaktivitäten, die finanzielle Integration sowie die Kommunalität unter den Menschen.