Chinas Staatspräsident Xi Jinping und sein amerikanischer Kollege Donald Trump haben bei politischen Gesprächen am Donnerstag ein positives und optimistisches Gespräch über zahlreiche bilaterale Fragen geführt. Auch der Konflikt um Nordkorea und der Handel standen auf der Tagesordnung.

Chinas Präsident Xi Jinping und sein US-Kollege Donald Trump sprechen vor der Großen Halle des Volkes mit Journalisten, Foto: Xu Jingxing, China Daily

China setzte seinen „Staatsbesuch Plus“-Empfang am Donnerstag fort und arrangierte eine üppige Willkommenszeremonie mit amerikanischer Militärmusik. Auf der Willkommensparty nahmen auch zehn amerikanische Studenten teil, normalerweise sind bei Staatsempfängen nur chinesische Studenten anwesend.

In der Großen Halle des Volkes wurden traditionelle chinesische Musikinstrumente ausgestellt und Live-Übertragungen arrangiert, was selbst für Staatsempfänge eher ungewöhnlich ist. Ein gemeinsames Treffen der Staatschefs samt Beraterstab ging über die gewöhnliche Dauer von einer Stunde hinaus. Trump bezeichnete das Treffen als „exzellent“.

An die Medien gewandt sagte Xi, er habe mit Trump einen neuen Konsens erzielt, das Treffen sei konstruktiv verlaufen und hätte positive Ergebnisse gebracht. Er bestätigte die Verpflichtung seines Landes zur Reform- und Öffnungspolitik und sagte, dass China die Koordination mit den wichtigsten Ländern der Welt vertiefen werde.

Beide Seiten sollten die Probleme und Widersprüche in den Wirtschaftsbeziehungen visionär und konstruktiv durch eine umfassende Vertiefung der wirtschaftlichen Kooperation lösen. Die bilateralen Beziehungen stünden an „einem neuen historischen Ausgangspunkt“, sagte Xi, Kooperation sei für beide Länder die „einzig richtige Wahl.“

China sei bereit, auf Kooperation zu setzen und Meinungsverschiedenheiten unter Kontrolle zu halten, damit die Menschen in beiden Ländern sowie auf der ganzen Welt davon profitieren könnten, so Xi. Trump brachte seine Dankbarkeit über das Treffen zum Ausdruck und betonte, die Begegnung mit Chinas Staatspräsident sei „absolut fantastisch“ verlaufen. „Es kann kein wichtigeres Thema geben als die amerikanisch-chinesischen Beziehungen“, sagte er. Dabei betonte Trump auch seine persönliche Freundschaft mit Xi. Das Treffen ist das dritte der beiden Staatschefs, nachdem sie bereits im April im Mar-a-Lago-Resort in Florida sowie im Juli auf dem G20-Gipfel in Hamburg zusammengekommen waren.

Trump lobt das gute Verhältnis zu Xi

Präsident Xi Jinping richtet am Donnerstag für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump eine Willkommenszeremonie auf dem Platz vor der Großen Halle des Volkes aus, Foto: Wu Zhiyi, China Daily

Über sein Verhältnis zu Xi drückte sich der amerikanische Präsident besonders positiv aus: „Ich hege unglaublich warme Gefühle für Sie. Wie wir bereits festgestellt haben, ist die Chemie zwischen uns großartig.“ Über den bilateralen Handel sagte Trump, die USA müssten ihre Politik nun wirklich überdenken, denn „wir sind im Handel mit China so weit zurückgefallen, und mit vielen anderen Ländern auch.“ Zudem gab sich Trump optimistisch, dass der Atomkonflikt auf der Koreanischen Halbinsel friedlich gelöst werden könne.

Chinas Vizeaußenminister Zheng Zeguang sagte Journalisten am Donnerstag, dass China den Marktzugang im Bankwesen, bei Wertpapierfonds und im Versicherungssektor deutlich erleichtern werde und auch die Steuern auf importierte Autos in Übereinstimmung mit der eigenen Zeitplanung senken werde.

Nach Angaben von Zheng verständigten sich beide Seiten darauf, alle Sanktionen des UN-Sicherheitsrates, die gegen Nordkorea verhängt worden sind, vollständig umzusetzen, den Druck auf das Land aufrechtzuerhalten und eine friedliche Lösung der Krise durch Dialog und Verhandlungen anzustreben.

Beide Präsidenten würden die Bedeutung der bilateralen militärischen Beziehungen betonten, sagte Zheng, und fügte hinzu, China freue sich auf den Besuch des amerikanischen Verteidigungsministers James Mattis, der für die erste Hälfte des kommenden Jahres geplant sei. Auch die USA würden eine hochrangige Delegation des chinesischen Militärs willkommen heißen. Auch die Ein-China-Politik war Gegenstand des Treffens. Xi habe Trump die Position Chinas in der Taiwan-Frage erläutert und Trump habe zugesichert, dass die USA dieses Prinzip befolgen werden.