China will demnächst an der Hongkonger Börse eine Staatsanleihe im Umfang von zwei Milliarden US-Dollar auflegen, so eine Ankündigung des Finanzministeriums. Mit diesem Schritt sollen ausländische Devisen für einen sich weiter öffnenden Finanzmarkt angezogen werden.

Das chinesische Finanzministerium

Eine Milliarde wird aus Staatsanleihen mit fünfjähriger Laufzeit bestehen, die andere Hälfte aus Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit, heißt es aus dem Ministerium. Die Bonds werden an der Hongkonger Börse gehandelt, das Datum der Erstausgabe wird noch bekannt gegeben.

In Branchenkreisen geht man davon aus, dass dies Ende des Monats der Fall sein werde. Der Ausgabepreis wird letztlich von der Anleihezeichnung durch internationale Investoren und dem Rating abhängen.

George Wu, Chefvolkswirt der Huarong Securities, sagte, dass "es der richtige Zeitpunkt für die Auflage eines Bonds ist. Es herrscht nämlich gerade eine Dollarschwäche infolge relativ niedrigen Zinsniveaus, was einen günstigeren Ausgabepreis bewirkt.”

Da zwei Milliarden US-Dollar keine große Summe sei, handele es sich eher um ein Signal, dass die Regierung am Zufluss von Kapital interessiert sei, um den Kurs des RMB stabil zu halten und Devisenreserven in vernünftigem Umfang zu pflegen, meint Wu.

"Die aufgenommenen Gelder könnten für Auslandsprojekte der Regierung oder von Staatsunternehmen verwendet werden, vor allem im Rahmen der Initiative Gürtel und Straße", sagte der Finanzexperte.

Der US-Dollar wurde am Mittwoch für 6,5841 RMB gehandelt, was einem Anstieg um 0,65 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach, die größte Steigerung des Tageskurses seit mehr als einem Monat.

Neben einer gestärkten Währung hat China in den letzten Monaten einen geringeren Abfluss von Kapital zu verzeichnen gehabt, während die Devisenreserven im September auf das Jahreshoch von 3,11 Billionen US-Dollar anwuchsen. Die Reserven waren acht aufeinanderfolgende Monate lang angestiegen.

Die Ausgabe der Staatsanleihen sei auch ein Zeichen dafür, dass die Regierung von einer starken Nachfrage der internationalen Finanzmärkte ausgehe und dies trotz einer Herabstufung Chinas durch zwei internationale Ratingagenturen in diesem Jahr, sagte Lian Ping, Chefökonom der Bank of Communications.

Standard & Poor's hatte im September die langfristigen Staatsanleihen Chinas von AA- auf A+ herabgestuft und folgte damit einem ähnlichen Schritt, wie ihn Moody's bereits im Mai gesetzt hatte.

"Der Einfluss der Herabstufungen auf den Ausgabepreis der Bonds wird gering sein, da die Auslandsverschuldung Chinas im Vergleich mit der anderer führender Volkswirtschaften geringer und insgesamt sehr gesund ist", sagte Lian.

Dies werde eine Richtgröße für die Anleihen von Staatsbetrieben sein und die Geldbeschaffung kommerzieller Banken auf dem Auslandsmarkt beflügeln, fügte er hinzu.

Das letzte Mal hatte die chinesische Regierung im Oktober 2004 Staatsanleihen auf Dollarbasis ausgereicht. Seinerzeit im Umfang von 1,7 Milliarden US-Dollar.