Während eine Straffung der weltweiten Geldpolitik den Druck auf die kurzfristige Liquidität in Grenzmärkten (Fms) verstärken würde, könnte China dabei helfen, die Liquiditätsrisken dieser Länder abzumildern, so die Meinung der Ratingagentur Moody´s in einer Veröffentlichung am Montag.

Moody's definiert Grenzmärkte als Länder mit geringer Bonität, die von Vorzugsfinanzierungen abhängig sind. Moody´s listet 36 FM-Länder auf, die meisten von ihnen mit einem Rating, das sich zwischen B1 und B3 bewegt.

"Günstige weltweite Kreditbedingungen haben es diesen Ländern ermöglicht, Dollarkredite zu vorteilhaften Konditionen auf dem kommerziellen Finanzmarkt aufzunehmen”, so Anne Van Praagh von Moody's. "Ein Viertel dieser FMs hat seit August 2017 Kredite zu marktwirtschaftlichen Konditionen aufgenommen."

"Betrachtet man die künftige Zinsentwicklung, so drohen hier für Grenzmärkte erhöhte Kosten und Liquiditätsrisiken als wesentliche Herausforderungen", so Van Praagh.

Die gefährdesten Volkswirtschaften seien diejenigen mit äußeren Schwachstellen, Mangel an steuerpolitischem Spielraum, großem Kreditbedarf und geringer Durchdringung staatlicher Verwaltung, heißt es in dem Bericht.

Höhere Zinssätze auf den Weltfinanzmärkten könnten für Länder mit hohem Finanzbedarf, der nur mit Rückgriff auf Gelder aus dem Ausland gedeckt werden kann, den Marktzugang erschweren und die Kosten für den Schuldendienst ansteigen lassen.

Liquiditätsrisiken ergäben sich laut dem Bericht vor allem für Ägypten, Pakistan und die Mongolei.

"Finanzierung durch China mittels Direktinvestitionen und Swap-Vereinbarungen ist für manche FM-Länder von wachsender Bedeutung. Sechszehn FM-Länder nehmen an der “Ein Gürtel – Eine Straße” Initiative teil" schreibt der Bericht.

"Finanzierung aus China kann dabei helfen, kurzfristige Liquiditätsrisiken zu mildern. Dies fördert ein Abgehen von der Finanzierung durch internationale Finanzeinrichtungen, die bislang eine stabile Quelle der Finanzierung auch zu Vorzugsbedingungen gewesen sind”, heißt es abschließend in dem Bericht der Ratingagentur.