In den letzten Jahren standen junge Zuwanderer in Super-Megastädten vom ersten Rang im Mittelpunkt heftiger und kontroverser Diskussionen. Können sie dem Wettbewerb und dem Druck der Metropole standhalten und dort ein neues Zuhause finden oder werden sie in ihre Heimat zurückkehren?

Einer der führenden chinesischen HR-Dienstleister, zhaopin.com, hat kürzlich eine Statistik über „Indikatoren für das Jobwechselverhalten von Büroangestellten Herbst 2017“ veröffentlicht. Aus der Statistik geht hervor, dass das Verbundenheitsgefühl mit der Stadt insgesamt relativ hoch ist. Im Vergleich mit anderen Städten fühlen sich Zugewanderte in den Städten vom ersten Rang Beijing, Shanghai und Guangzhou und Shenzhen eher wenig zugehörig. Als Grund werden unter anderem Probleme mit Wohnungserwerb, Hukou und dem Einkommen genannt.

An der Umfrage haben 24.390 Erwerbstätige teilgenommen. Davon kommen 19,1 Prozent aus den Branchen IT und Elektronik, 14,9 Prozent sind in der Automobil- und Fertigungsindustrie tätig und 0,9 Prozent der Befragten sind Angestellte im öffentlichen Dienst, gemeinnützigen Vereinigungen und dem Primärsektor. Die meisten, 38,3 Prozent, gaben als Monatsgehalt zwischen 3000 und 5000 RMB an. Weiter verdienen 25,6 Prozent zwischen 5000 und 8000 RMB, 16,8 Prozent bekommen weniger als 3000 RMB und nur 1,6 Prozentnehmen monatlich mehr als 20.000 RMB ein.

Beim Zugehörigkeitsindex sind von maximal 5 Punkten durchschnittlich 3,42 Punkte vergeben worden. Chongqing erreichte den besten Wert mit 3,78. Zweiter bzw. dritter wird jeweils Changsha und Shenyang. Guangzhou, Beijing, Shanghai und Shenzhen landen hingegen auf Platz 26, 31, 32 und 36. Für ihr schlechtes Abschneiden seien die Hektik und die relativ hohen Ausgaben verantwortlich. Diese üben sowohl im Arbeitsleben als auch im Alltag immensen Druck auf die Büroangestellten aus.

Der meistgenannte Grund für das fehlende Zugehörigkeitsgefühl ist die fehlende Eigentumswohnung mit 52,8 Prozent, dicht gefolgt von hohen Ausgaben und großem Druck mit 50,2 Prozent. Des Weiterenklagen 33,6 Prozent über das Single-Dasein, 33,3 Prozent vermissen ihre Eltern und 19,2 Prozent können sich nicht an die fremde Umgebung und die Kulturunterschiede anpassen. Außerdem haben 11,2 Prozent kein Hukou, also kein entsprechendes Haushaltsregister in der Stadt, in der sie leben. So können sie ihre Kinder nicht in der Stadt einschulen lassen.

Bei der Analyse, welche Parameter sich auf den Zugehörigkeitsindex auswirken, zeigt sich: der Index nimmt mit dem Gehalt und auch mit der Zeit zu, die man bereits in der Stadt arbeitet. Starken Einfluss auf den Index hat auch das Hukou.

Heutzutage kocht das Thema „Flucht aus den Städten vom ersten Rang?“immer wieder hoch. Die Ergebnisse der Statistik legen nahe, dass die Zuwanderer sich in diesen Städten nicht zuhause fühlen. Warum aber verlassen sie die Metropolen nicht?

Ausschlaggebender Pluspunkt für die Stadt sind die guten medizinischen Einrichtungen, 57,6 Prozent der Befragten geben diese als Grund an. Wegen Nähe zu Verwandten und Freunden bleiben 48,5 Prozent in der Stadt, 35,6 Prozent genießen die Vielfalt des Stadtlebens und 33,1 Prozent sehen das größere Arbeits- und Entwicklungspotenzial.

Als Hinderungsgrund für eine Rückkehr geben 47,1 Prozent an, sich schon an das jetzige Leben gewöhnt zu haben. Sie wollen nicht noch einmal in der Heimat von vorne anfangen. Weitere 40,2 Prozent können die aktuelle Anstellung nicht aufgeben, weil es in der Heimat keine vergleichbare Stelle geboten wird. Letztlich finden 37,9 Prozent die Mobilität und die Angebotsreichtum in der Stadt attraktiver.