Die State Development & Investment Corp (SDIC), Chinas größtes Investmentunternehmen in staatlichem Besitz, kündigt einen Investitionsschub in den Bereichen innovativer Technologien, auf Schwellenmärkten und im Ausland an. Dies solle dabei helfen, das Land besser auf den Transformationsprozess der Wirtschaft und die Initiative "Ein Gürtel - eine Straße" vorzubereiten.

Die SDIC, die die Reformbemühungen aller staatlichen Betrieb anführt, möchte ihr Profil durch ein verstärktes Engagement auf neuen Geschäftsfeldern wie alternativen Energiequellen und der Produktion von langlebigen Gütern schärfen. Gleichzeitig wolle sie sich von Branchen trennen, auf denen es Überkapazitäten gebe, sagte der Vorstandschef von SDIC, Wang Huisheng.

Das Unternehmen plane bis zum Jahr 2020 seine Geschäftsanteile im Bereich der Zukunftstechnologien von zwanzig auf dreißig Prozent zu erhöhen. Im letzten Jahr seien Anteile in der Schiffsbauindustrie und im Bergbauwesen im Wert von rund 55 Milliarden Yuan abgestossen worden, so Wang.

Dieser Schritt zeugt vom ehrgeizigen Reformprojekt der großen staatseigenen Firmen zur Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Im Fokus der Bemühungen steht dabei der Versuch, die Wirtschaftszweige, die bislang Motor des Wachstums waren, gegen andere zu ersetzen, die im Zeichen von Innovation, Technologie und Effizienz auftreten.

"Als ein Staatsunternehmen ist es unsere Aufgabe, auf der Grundlage der Gesetze des Marktes die Wirtschaftsreformen voranzutreiben und Industrien zu unterstützen, die von strategischer Bedeutung und wichtig für das Alltagsleben der Bürger sind," sagte Wang.

Das Unternehmen werde verstärkt in Projekte investieren, die sich mit Meerwasserentsalzung, Biotreibstoffen, Altenpflege, Qualitätsmanagement- und -kontrolle sowie Umweltschutz beschäftigen.

Zur Unterstützung der Strategie "Made in China 2025" legt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit wichtigen Ministerien ein Programm im Umfang von 20 Milliarden Yuan (USD 3,09 Mrd.) zur Finanzierung von hochwertiger Herstellung auf.

Darüber hinaus, so Wang, seien Auslandsinvestionen und damit verbundene Aktivitäten ein weiterer Schwerpunkt des SDIC. Man habe dabei vor allem Chancen im Rahmen der "Ein Gürtel - Eine Straße"-Initiative im Auge. Das Unternehmen sei bereits in einem Projekt zur Zementherstellung in Indonesien und in Aktivitäten zur Produktion von Benzintanks für Autos in Indien, Russland und der Tschechischen Republik engagiert.

Ende letzten Jahres summierte sich das Auslandsengagement des Unternehmens auf 31,8 Mrd. Yuan, betrug damit aber erst sieben Prozent des gesamten Investionsvermögens, was darauf verweise, dass es noch erhebliches Wachstumspotential im Hinblick auf Auslandsmärkte gebe.

Die SDIC meldet einen Gewinn von 11,3 Mrd. Yuan für das erste Halbjahr 2017. Dies ist eine Steigerung um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

"Neben guter Resultate bei der innovativen Industrie und auf dem Finanzsektor ist es uns auch gelungen, einige überschuldete und unrentable Betriebe abzustoßen und auf diese Weise unsere Verluste zu reduzieren," sagte Wang.

Mit einem Umsatz von 87 Mrd. Yuan im Jahr 2016 rankiert das Unternehmen auf Platz 174 der Liste der 500 chinesischen Topunternehmen, die am Sonntag gemeinsam von der China Enterprise Confederation und der China Enterprise Directors Association veröffentlicht wurde.