Shared-Cars parken in Beijing.

Die chinesischen Stadtregierungen sind aufgerufen, für Autos von Car-Sharing-Firmen die Parkgebühren zu senken und sogar freie Parkplätze zuzuweisen, um das sich entwickelnde Geschäft zu fördern.

Die chinesischen Stadtregierungen sind aufgerufen, für Autos von Car-Sharing-Firmen die Parkgebühren zu senken und sogar freie Parkplätze zuzuweisen, um das sich entwickelnde Geschäft zu fördern. Ähnlich zu dem Modell von Leihfahrrädern können Autofahrer mittlerweile Autos mieten, die an öffentlichen Orten geparkt sind, indem sie einfach unter Benutzung einer Smartphone-App einen QR-Code scannen.

Im vergangenen Jahr betrieben Dutzende Car-Sharing-Unternehmen mehr als 26.000 Fahrzeuge in China, wie es von der Beratungsfirma Roland Berger heißt, die schätzt, dass die Zahl 2025 die 600.000-Marke erreichen wird. Um dazu beizutragen, dass der Sektor floriert, sollten die lokalen Behörden die Parkgebühren senken, während Shoppingzentren, Wohnviertel und andere Gegenden Plätze für diese Fahrzeuge bereitstellen sollten, heißt es in einer Richtlinie der Zentralregierung, die am Dienstag veröffentlicht worden ist. Car-Sharing-Unternehmen wurden außerdem aufgefordert, ihre Dienste online und offline zu verbessern und mit neuer Energie betriebene Fahrzeuge anzubieten, wobei sich Aufladestationen nahe den ausgewiesenen Parkflächen befinden sollten.

Die Richtlinie, die sich auf die gesamte Leihwagenindustrie bezieht, wurde vom Verkehrsministerium und vom Ministerium für Wohnungsbau und Entwicklung in Stadt und Land erlassen. Sie hat das Ziel, die Verbraucherrechte zu schützen, den Car-Sharing-Service und das Verkehrsnetz zu verbessern sowie die gesunde Entwicklung der Industrie zu fördern. “Das Leihwagen-Geschäft ist schon seit langem in China gut entwickelt. Allerdings löst die Richtlinie zusammen mit der Innovation von Technologie und dem Service einige der Schwierigkeiten des Car-Sharing-Geschäfts”, so Li Yanxia, Forscherin der Chinesischen Akademie für Verkehrswissenschaften. Die nationale Richtlinie motiviert die Stadtbehörden, detaillierte Pläne auf Basis der lokalen Bedingungen zu entwerfen.

Seitdem 1989 die ersten Leihwagen-Unternehmen in China gegründet worden sind, ist die Industrie auf mehr als 6.300 Unternehmen gewachsen, heißt es vom Verkehrsministerium. Die Zahl ist jährlich um zwanzig Prozent gestiegen. Doch 93 Prozent der Leihwagen-Firmen haben weniger als 50 Autos. Die Marktführer, beispielsweise Shenzhou Zuche und eHi, nehmen einen Marktanteil von zwanzig Prozent ein, wie Zahlen von dem Ministerium belegen. Im Gegensatz zu traditionellen Leihwagen-Services machen sich Car-Sharing-Unternehmen die modernen Technologien, wie GPS und mobiles Internet, zunutze. Diese Services verbessern die Nutzererfahrung und bieten eine Alternative zum Pendeln in den Städten, indem sie dem steigenden Bedarf an Privatautos und Parkplätzen nachkommen, besagt die Richtlinie.