Der Umsatz der chinesischen Maschinenbauindustrie wird dieses Jahr voraussichtlich um acht Prozent auf 26,51 Billionen Yuan (3,94 Billionen US-Dollar) steigen. Die Branche profitiere von der Initiative "Gürtel und Straße", in deren Rahmen es gelungen ist, eine zweijährige Phase des Rückgangs auf dem Auslandsmarkt zu überwinden, so ein Sprecher der Industrie am Dienstag.

Nach Angaben des Verbandes der chinesischen Maschinenbauindustrie wuchsen die Exportzahlen chinesischer Produkte aus den Bereichen Automobil, Baumaschinen, Maschinen und Anlagen für den Bergbau, die Ölförderung und die Energiewirtschaft im ersten Halbjahr 2017 um sieben Prozent auf einen Gesamtwert von 193,5 Mrd. US-Dollar.

Die Importe stiegen um 12 Prozent auf 142,7 Mrd. US-Dollar.

Der gesamte Verkaufserlös der Maschinenbauer belief sich auf 12,51 Billionen Yuan, eine Steigerung um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Anlageinvestition in der Branche stieg um 4,61 Prozent auf 2,35 Billionen Yuan.

Letztes Jahr waren die Exportziffern um 3,6 Prozent auf 374,8 Mrd. US-Dollar gesunken, während der Import um nahezu zwei Prozent auf 272,7Mrd. US-Dollar fiel.

Im Jahre 2015 hatte es beim Export im Jahresvergleich einen Rückgang um drei Prozent auf 388,76 Mrd. US-Dollar gegeben, während die Importe sogar um 14 Prozent geringer ausfielen: sie betrugen damals lediglich 277,75 Mrd. US-Dollar.

Eine Schlüsselstellung nimmt die Herstellung von Baggern und anderen Geräten zur Erdbewegung ein. Die Produktionszahlen stiegen im ersten Halbjahr 2017 um siebzig Prozent, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass sich die Branche in einem Wiederbeschaffungszyklus befindet, was zuletzt im Jahre 2011 der Fall gewesen ist.

Die Baggerhersteller verfügen derzeit über keine großen Lagerbestände, meint ein Branchenkenner.

Chen Bin, geschäftsführender Vizepräsident des CMIF in Beijing, spricht von bemerkenswerten technischen Fortschritten in der heimischen Maschinenbauindustrie.

Diese Errungenschaften werden der Branche dabei helfen, die Ausrüstung zur Realisierung von Großprojekten bereitzustellen. Zu denken ist dabei etwa an Kernkraftwerke, Ultrahochspannungsleitungen, Wasserkraftwerke, Windkraftanlagen und “Intelligente Städte".

Der Verband geht davon aus, dass der Baumaschinensektor auch in der zweiten Jahreshälfte ein robustes Wachstum verzeichnen wird. Zurückgeführt wird dies auf die in China aktuell in zweitrangigen Städten laufenden Eisenbahn-, Autobahn- und Flughafenprojekte, sowie auf allgemeine Urbanisierung. Wachstumschancen ergeben sich durch die steigende Nachfrage nach Baggern, Bulldozern, Rohrlegern, Dampfwalzen und Radladern auf den Märkten der Länder der Initiative “Gürtel und Straße". Besonders groß ist die Nachfrage auf rasch wachsenden Märkten wie Saudi-Arabien, Äthiopien, Kenia und Brasilien.

Auf den Märkten der Länder der Initiative "Gürtel und Straße" liegt der Fokus auf nachhaltige Entwicklung, Urbanisierung, Industrialisierung, Dienstleistungen und Telekommunikation.

"Chinesische Baumaschinenhersteller haben ihren Schwerpunkt bereits vom Verkauf auf den Kundendienst verlegt. Sie erschließen Märkte durch den Aufbau von Serviceeinrichtungen sowie durch die Aus- und Fortbildung einheimischen Personals in den Zielländern. Sie drucken auch längst Gebrauchsanweisungen in Französisch, Portugiesisch und Russisch. Sowohl der chinesische wie auch der Weltmarkt für wichtige High-Tech-Produkte werden nicht länger von ausländischen Unternehmen beherrscht. So werden zum Beispiel für den Atomreaktor der neuen Generation, Hualong One, alle Hauptkomponenten von chinesischen Firmen gefertigt", sagt Chen.

Zhao Chi, Generalsekretär des CMIF, meint: "Vor dem Hintergrund wachsenden Protektionismus in den Industriestaaten hat die steigende Nachfrage in den Ländern, die sich der Initiative “Gürtel und Straße" angeschlossen haben, zu einem willkommenen Ausgleich geführt, der den Druck auf die chinesische Exportindustrie mindert. Die schwache Inlandsnachfrage für Maschinen in der Stahl-, Kohle-, Energie- und Petrochemieindustrie wird eine langfristige Erscheinung bleiben, denn alle diese Sektoren befinden sich in einer Umbauphase."