Private Partner wurden am Freitag eingeladen, den Veranstaltungsort für den Eisschnelllauf während der Winterolympiade 2022 als Teil eines kooperativen Programms zu bauen und zu betreiben. Dadurch sollen die Kosten aufgeteilt und die Nachhaltigkeit gestärkt werden.

Fünf Jahre vor den Olympischen und den Paralympischen Spielen von 2022 hat Beijing bereits damit begonnen, sich Gedanken über die Nutzung der Veranstaltungsorte nach dem Sportanlass zu machen. Der private Sektor wurde aufgerufen, Mittel, Ressourcen und operative Expertise zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam mit der Regierung das Nationale Eisschnelllaufstadion mit seinen 12.000 Sitzen zu bauen und zu betreiben.

Die öffentlich-private Partnerschaft wird vom Beijing Major Projects Construction Headquarters Office betreut, der Regulierungsbehörde für große Bauprojekte der Stadt. Es wird den Bieterprozess für einzelne Unternehmen und Konsortien weltweit Ende Juli eröffnen, wobei alle Angebote bis Ende September ausgewertet sein müssen.

Bieter mit einem guten finanziellen Hintergrund, Erfahrungen im Stadionbau und dem Wissen über den Betrieb nach Großanlässen werden bei der Auswahl begünstigt, hieß es von offizieller Seite. Das Büro beaufsichtigt den Prozess. Der Gewinner darf den Veranstaltungsort nach Abschluss der Spiele 25 Jahre lang gemeinsam mit der staatlichen Beijing Assets Management Co. für kommerzielle Zwecke nutzen.

„Das ist ein wirksames Mittel für die Aufteilung der Baukosten. Außerdem ermutigt es den privaten Sektor, innovative und kommerziell praktische Lösungen für die nachhaltige Nutzung des Veranstaltungsortes zu finden", sagte Wang Gang, Parteichef des Büros.

Die Arena wird auf dem Gelände des ehemaligen Hockey-Veranstaltungsorts der Beijinger Sommerolympiade 2008 errichtet. Entworfen hat sie die internationale Architekturfirma Populous. Sie wird künftig ein öffentliches Zentrum für Eiskunstlauf, Hockeyspiele und Unterhaltungsveranstaltungen beherbergen. Der Bau soll bis Ende 2019 fertig sein und rund 1,18 Milliarden Yuan (174 Millionen Dollar) kosten. Bereits Anfang 2020 finden dort die ersten olympischen Veranstaltungen statt.

Nach den Spielen wird die Regierung eine große operative Freiheit ermöglichen und den privaten Partnern die notwendige logistische Unterstützung bieten, um den Veranstaltungsort zu entwickeln, sagte das Büro. „Trotzdem werden wir unsere Aufgabe während der ganzen Zeit des Jointventures wahrnehmen und den Betrieb unter einem transparenten und offenen Rahmen überwachen“, sagte Dai Mengdong, ein hochrangiger Inspektor beim Büro.

In der Innenstadt von Beijing werden an zwölf Orten olympische Veranstaltungen auf dem Eis stattfinden. Alpines Skilaufen, Bobfahren und Rodeln sind im Landkreis Yanqing im Nordwesten der Hauptstadt geplant. Zhangjiakou in der Provinz Hebei wird die restlichen Anlässe auf dem Schnee übernehmen.