Chinas Importe aus der Nordkorea seien in den zurückliegenden vier Monaten dramatisch zurückgegangen und China habe sich streng an die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gehalten, sagte ein Zollbeamter.

Huang Songping, Sprecher der Zollgeneralverwaltung, sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Beijing, Chinas gesamte Importe aus Nordkorea hätten sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 880 Millionen US-Dollar (775 Millionen Euro) belaufen. Dies stelle einen Rückgang auf Jahresbasis um 13,2 Prozent dar.

Im März habe der Rückgang auf Jahresbasis 36,5 Prozent und im Juni 28,9 Prozent betragen, sagte Huang.

Die UN-Sicherheitsratsresolution 2270, die im März 2016 beschlossen worden war, umfasst einen Bann aller Importe von Rohstoffen wie Kohle, Eisen und Eisenerz aus Nordkorea.

China habe sich bemüht, die UN-Resolutionen bezüglich Pjöngjangs Nuklear- und Raketenprogramme umzusetzen. Dazu habe China Kohleimporte von seinem nordöstlichen Nachbarn seit 19. Februar gesperrt, bestätigte das Handelsministerium Ende desselben Monats.

China habe in der ersten Hälfte dieses Jahres nur 2,67 Millionen Tonnen Kohle aus Nordkorea importiert, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 74,5 Prozent darstelle. Alle diesen Kohleimporte hätten vor dem 18. Februar stattgefunden, sagte Huang.

US-Präsident Donald Trump hatte in einem Tweet in diesem Monat behauptet, der Handel zwischen China und Nordkorea im ersten Quartal "ist um fast 40 Prozent gestiegen". Huang sagte jedoch, die Zahlen des gesamten Handels in den ersten sechs Monaten hätten 2,55 Milliarden US-Dollar (2,24 Milliarden Euro) betragen, was einem Anstieg um 10,5 Prozent entspreche.

Chinas Exporte in Nordkorea im selben Zeitraum sind um 29,1 Prozent gestiegen. Huang sagte jedoch, dies sei überwiegend durch arbeitsintensive Waren wie Textilien bedingt, die nicht auf der Embargoliste stünden.

Dieser Anstieg "kann nicht als Beleg zur Infragestellung Chinas Ernsthaftigkeit bei der Erfüllung von UN-Resolutionen dienen", sagte Huang.

Der Sprecher des Außenmisteriums, Geng Shuang, sagte, die chinesischen Exporte von Eisen in die Nordkorea für zivile Zwecke hätten nichts mit den Sanktionen zu tun, die Pjöngjangs Nuklear- und Raketenprogramme beträfen. China werde die Resolutionen auch weiterhin "vollständig" umsetzen.