Diplomatische Verhandlungen seien für die koreanische Halbinsel der einzige Ausweg aus der Atomfrage, sagte der chinesische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Cui Tiankai, vergangene Woche.

Chinas Botschafter in den USA bei einer Rade auf dem 7. zivilen strategischen Dialog zwischen den USA und China

Während einer Rede auf dem 7. zivilen strategischen Dialog zwischen den USA und China sagte Cui, dass die Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel im Wesentlichen eine Sicherheitsfrage sei. Der Schlüssel, um dem Dilemma zu entkommen, bestehe darin, die legitimen Sicherheitsbedenken aller Seiten zu berücksichtigen.

"Sanktionen sind zwar nötig, aber alleine können sie das Problem nicht lösen", sagte Cui. "Der Nutzen von Sanktionen lässt sich nur maximieren, wenn sie mit ernsthaften Bemühungen zur Wiederaufnahme von Gesprächen verbunden werden."

Der US-Außenminister Rex Tillerson hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die “Politik der strategischen Geduld zu Ende” sei. Dazu meinte Cui: “Wir hoffen, dass wir an der diplomatischen Front proaktive Aktionen sehen werden und keine strategische Ungeduld.”

"Es gab bereits Aufrufe zu militärischen Aktionen. Chinas Position ist fest klar: Wir lassen nicht zu, dass auf der koreanischen Halbinsel Krieg oder Chaos ausbricht. Die Kosten wären für alle zu hoch – auch für die USA“, fügte Cui hinzu. China sei einer atomfreien koreanischen Halbinsel verpflichtet und niemand könne Chinas andauernde Bemühungen abstreiten, um dieses Ziel zu erreichen.

Medienberichte, die von einem zunehmenden Handel zwischen China und Nordkorea im ersten Quartal dieses Jahrs berichteten, bezeichnete Cui als "verdreht". Tatsächlich habe der Handel zwischen China und Nordkorea 2015 und 2016 abgenommen. "In diesem Februar stoppte China die Kohleimporte aus Nordkorea. In der Folge sanken die Einfuhren aus Nordkorea im April um 41 Prozent und im Mai um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Cui. Die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats umfassen kein Embargo.