China führte am Freitag im ganzen Land eine neue ID-Karte für seine ausländischen Einwohner ein. Sie soll den Zugang zu den öffentlichen Dienstleistungen erleichtern.

Die maschinenlesbare ID-Karte für permanente Einwohner verfügt – ähnlich wie die ID-Karte für chinesische Bürger – über einen eingebauten Chip, auf dem Informationen über den Karteninhaber gespeichert sind. Er dient als gesetzlicher Identitätsnachweis und kann im Zusammenhang mit Finanzdienstleistungen, der Bildung, der Gesundheit, der Kommunikation, der Buchung von Unterkünften und Telekommunikationsdienstleitungen, Steuern, sozialer Sicherheit und vor Gericht verwendet werden.

Während die neue Karte für alle diese Aktionen verwendet werden kann, war mit der vorherigen zusätzlich ein Reisepass notwendig. Die Änderung ist eine Reaktion auf die Klage, dass die Karte bisher eher ein langfristiges Visum war und nichts, was das Leben in China bequemer macht.

Am Freitag übergab das Ministerium für öffentliche Sicherheit einer ersten Gruppe von Ausländern die neuen Karten. Darunter waren zehn Top-Talente in Shanghai, acht in Beijing und fünf in Guangzhou.

„Ich bin fest überzeugt, dass die neue Karte ausländischen Einwohnern den Genuss ihrer Rechte erleichtert“, sagte Anders Lindquist. Der Professor aus Schweden unterrichtet in der Shanghaier Jiaotong-Universität das Fach Automatisierung. „Es gibt uns auch ein stärkeres Gefühl, in China dazuzugehören.“

Fan Weishu, ein 48-jähriger China-Amerikaner, der bei einer internationalen Versicherungsgesellschaft in Beijing als leitender Manager arbeitet, sagte, dass er sich sehr über die Karte gefreut habe. „Ich kam in China zur Welt und bin hier aufgewachsen. Seit heute habe ich das Gefühl, zurück zu sein und ein echter Beijinger zu sein.“

Alle Expats, die seit vergangenem Freitag einen permanenten Aufenthaltstitel bekommen, erhalten die neue ID-Karte. Besitzer von alten Karten können diese beim Amt für öffentliche Sicherheit gegen eine neue eintauschen. Alte Karten bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig.

Ghulam Sajid aus Pakistan erhielt eine vierjährige Aufenthaltserlaubnis für China. Trotzdem will der 43-Jährige seinen bisherigen Ausweis so bald wie möglich gegen eine neue Smart-Card eintauschen. „Derzeit muss ich immer meine beiden Reisepässe mitbringen“, sagte er. „Mit der neuen Karte kann ich Zugfahrkarten am Automaten kaufen und wie Chinesisch durch automatische Türen zu den Zügen gelangen.“

Seit 2004 können Ausländer in China eine permanente Aufenthaltsbewilligung bekommen. Bisher erhielten über 10.000 Personen diesen Status.