China war 2016 das erste Land mit mittlerem Einkommen, das zu den 25 innovativsten Volkswirtschaften stieß. In diesem Jahr konnte es laut dem am Donnerstag veröffentlichten globalen Innovationsindex sogar drei Plätze hinzugewinnen.

China erreichte in diesem Jahr Platz 22 auf dem globalen Innovationsindex und ist erneut die einzige Volkswirtschaft auf der Liste ohne hohes Einkommen. Bei genauerer Hinsicht zeigt sich, dass China bei der Innovationsqualität um einen Rang auf Platz 16 vorstieß. Damit ist China zum fünften Mal in Folge das innovativste Land mit einem mittleren Einkommen.

Der Aufstieg lässt sich auf eine Reihe von Gründen zurückführen. Dazu gehören der starke Markt im Inland, die gut ausgebildeten Arbeitnehmer, originäre Patente, Hightech-Exporte und ein gutes Industriedesign. In all diesen Untergruppen ist China führend.

Die europäischen Länder nehmen acht der zehn besten Plätze ein, wobei die Schweiz zum siebten Mal in Folge die Liste anführt. Darauf folgen Schweden und die Niederlande, welches im letzten Jahr noch auf Rang 9 war. Die USA sind an vierter Stelle, gefolgt von Großbritannien und Dänemark. Die restlichen Länder sind Singapur, Finnland, Deutschland und Irland.

Der globale Innovationsindex zeigt eine tiefe Kluft zwischen den Volkswirtschaften mit hohem und mittlerem Einkommen. Mit Ausnahme von China drifteten die beiden Gruppen in vielerlei Hinsicht weiter auseinander. Insgesamt schnitten die Top 10 Wirtschaften in allen sieben Indikatoren (Institutionen, kreativer Output, Wissens- und Technologie-Output, Entwicklung des Geschäftsumfelds, Marktumfeld, Infrastruktur und Humankapital) besser ab als die Länder auf dem 11 bis 25. Platz.

“Wenn wir helfen wollen, diese Kluft zu überwinden, müssen wir die wachsenden Wirtschaften dabei unterstützen, die Stärken und Schwächen ihrer Innovation zu verstehen und angemessene Regeln und Metriken zu schaffen”, sagte Soumitra Dutta, Leiterin des SC Johnson College unter der Cornell Universität. “Das ist seit über zehn Jahren das Ziel des globalen Innovationsindex.”

In diesem Jahr steht der Index unter dem Thema “Innovation füttert die Welt” und legt den Fokus auf Lebensmittel und Landwirtschaft. Er betrachtet die Innovation in den kommenden Jahrzehnten als Schlüssel zur Förderung der Produktion, der Verarbeitung, der Verteilung, des Verbrauchs und der Entsorgung von Nahrungsmitteln. Der Agrar- und Ernährungssektor wird angesichts des verstärkten Wettbewerbs und der begrenzten Naturressourcen weltweite eine enorm zunehmende Nachfrage erleben.

“Wir erleben bereits heute, wie weltweit in einem schnellen Tempo eine digitale Landwirtschaft entsteht”, sagte Bruno Lanvin von INSEAD. „Eine smarte Agrarwirtschaft ist dringend nötig, um die Liefer- und Vertriebsketten zu optimieren und kreative neue Geschäftsmodelle zu fördern, die den Druck auf Boden, Energie und andere Ressourcen minimieren und dabei die Bedürfnisse der Ärmsten der Welt befriedigen.“