Eine Online-Plattform zur Echtnamenregistrierung für Wanderarbeiter im Baugewerbe, die digital ihre Arbeitsdaten erfassen soll, wurde am 11. Mai angekündigt, damit ihre Rechte im Falle von Arbeitskonflikten besser gewahrt sind. Die Gründung des Systems wurde offiziell vom Chinesischen Verband der Bauindustrie während eines nationalen Symposiums über Beschäftigung in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei, angekündigt, wie People's Daily am Mittwoch berichtete.

Die Plattform wird Informationen hinsichtlich der Arbeitsstunden, des Lohns und des Gesundheitsstatus von Bauarbeitern aufzeichnen, die als Beweise von entsprechenden Regierungsbehörden für Aufsicht und Gesetzesdurchsetzung bei Arbeitskonflikten verwendet werden, heißt es in dem Bericht. Die Informationen werden Banken mitgeteilt, so dass Baufirmen Finanzinstitutionen mit akkuraten Zahlungsbeträgen für ihre Arbeiter betrauen können und dadurch Mittelsmänner ausschalten, die häufig in Probleme wegen Lohnnachzahlungen verwickelt sind, besagt der Bericht. Das System kann außerdem elektronische Lebensläufe für Arbeiter generieren, in denen ihre Fähigkeiten, Löhne und ihre Tagesleistung festgehalten sind, was Wanderarbeitern helfen könnte, einen passenden Job zu finden.

Bislang wurden insgesamt 985 Bauprojekte online registriert, die mehr als 340.000 Arbeiter bei 2428 Bauunternehmen abdecken, besagen Daten, die in dem Bericht von People's Daily zitiert werden. Die Plattform wurde erstmals während des Baus des Museums für Wissenschaft und Technik in Hubei im Mai 2016 getestet, wobei mehr als 1.300 Arbeiter sich auf der Plattform angemeldet hatten.

Laut Du Yongkui, dem Generaldirektor des Projekts, gab es im vergangenen Jahr keine Lohnrückzahlungsprobleme unter den involvierten Arbeitern, und das Projekt hat die Zahlung von 9,41 Millionen Yuan (1,2 Millionen Euro) an die Arbeiter unterstützt. Die Plattform wurde gegründet, nachdem in einem vom Staatsrat, Chinas Kabinett, herausgegebenen Rundschreiben vom Februar die Behörden aufgerufen worden waren, ein Verwaltungssystem für Bauarbeiter unter Echtnamen einzurichten, welches ihre Personaldaten, den Ausbildungsstatus, ihre professionellen Fähigkeiten und die bisherige Beschäftigung aufzeichnet. Um die Rechte der Arbeiter besser wahren zu können, sieht die Verordnung vor, dass spätestens ab 2020 alle Wanderarbeiter einen Arbeitsvertrag haben, bevor sie anfangen zu arbeiten, und Unternehmen, die Löhne zurückbehalten, werden auf eine schwarze Liste gesetzt und hart bestraft.

Shi Fumao, Direktor einer Rechtshilfeorganisation für Wanderarbeiter, erklärte am Mittwoch gegenüber Global Times, dass es bislang keine Fälle gab, bei denen es innerhalb des Registrierungssystems zu Arbeitsstreits gekommen sei. Das Registrierungssystem sei eine innovative Maßnahme, um Massendaten und das Internet zu nutzen, damit die Interessen der Arbeiter besser gewahrt werden, so Shi. Er warnte, dass es eine vergebliche Maßnahme werden könnte, sollte nur ein kleiner an Arbeitern abgedeckt werden, die von Unternehmen mit gutem Ruf in großen Städten angestellt sind, und es keine vollständige Abdeckung gebe. Shi schlug vor, eine "Arbeitspolizeitruppe " aufzubauen anstelle der derzeitigen Arbeitsinspektoren, weil das derzeitige Inspektionsteam klein sei und begrenzte Vollstreckungsbefugnis habe, was nicht ausreiche, um alle Gesetze und Vorschriften abzudecken, selbst nachdem das neue System in Kraft getreten ist.