US-Präsident Donald Trumps Amtsübernahme und der Brexit haben der Attraktivität der beiden Länder keinen Abbruch bei der Wahl chinesischer Studenten ihrer ausländischen Studienorte getan, wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht. Eine Umfrage unter 6.217 Studenten, die ein Auslandsstudium planen, ergab, dass die USA weiterhin die beliebteste Wahl ist, nämlich für 50 Prozent m Vergleich zu 46 Prozent im vergangenen Jahr. Dies ist das dritte Jahr in Folge, dass die USA in dem Jahresbericht über die Auslandsstudien chinesischer Studenten, von denen der neueste am Dienstag veröffentlicht wurde, auf Platz eins liegen. Großbritannien ist trotz des bevorstehenden Brexit das zweitbeliebteste Studienziel, genau wie in den vergangenen drei Jahren.

Die Umfrage von Vision Overseas Consulting Co und Kantar Millward Brown wurde im Februar und März in über 40 Städten durchgeführt. Einige von Trumps politischen Maßnahmen einschließlich Visarestriktionen haben anscheinend internationale Studenten und potentielle Immigranten beeinflusst. In einer Umfrage von fünf US-Vereinigungen für höhere Bildung vom Februar, im Rahmen derer rund 250 US-Hochschulen und Universitäten befragt wurden, meldeten 38 Prozent einen Rückgang an ausländischen Bewerbungen für das Wintersemester 2017, wobei die Zahl der Studenten aus dem Mittleren Osten am meisten zurückgegangen ist, wie The Atlantic am Samstag berichtete. Auch wenn China nicht direkt von dem Reiseverbot betroffen ist, verzeichneten 25 Prozent der Universitäten einen Rückgang der Bewerbungen von Bachelor-Studenten aus China, und 32 Prozent hatten weniger Bewerbungen von chinesischen Master-Studenten, besagt der Bericht.

Dem Bildungsministerium zufolge studierten im vergangenen Jahr über 540.000 chinesische Studenten in den USA, womit das Land eines der wichtigsten Ursprungsländer für internationale Studenten war. “Wir haben den Einfluss von Trumps Politik bemerkt und vor einem Monat eine internationale Umfrage unter unseren Klienten durchgeführt“, so Sun Tao, geschäftsführender Vorsitzender von Vision Overseas Consulting. “Wir haben die Sorgen der Eltern gespürt, aber viele von ihnen belieben bei ihrer Wahl für die USA.“ Im Rahmen der Umfrage gaben 51 Prozent der Befragten an, dass internationale politische Ereignisse ihre Wahl nicht beeinflusst hätten, und nur sieben Prozent sagten, sie würden ihre Wahl des Ziellandes für Auslandsstudien ändern, so Sun.

Das Bildungsniveau, die gesamte nationale Macht und die nationale Kultur waren die Hauptfaktoren bei der Wahl der chinesischen Studenten und ihrer Eltern für das Zielland. “Hinzu kommt, dass der vollständige Effekt der beantragten US-Visarestriktionen nicht klarer geworden sind, aber sie werden die Schwelle für Immigranten, die in dem Land belieben und arbeiten wollten, anheben“, so Yu Zhongqiu, der stellvertretende Leiter von Vision Overseas Consulting. Den beantragten Restriktionen zufolge müssten Immigrationsbewerber ein Jahreseinkommen von mindestens 110.000 Dollar haben, was ziemlich schwierig für frische Absolventen sei. Von den Befragten planten 73 Prozent, nach ihrem Abschluss in China zu arbeiten, im Vergleich zu nur 57 Prozent im vergangenen Jahr. “Mehr Studenten als bisher gehen ins Ausland, um ihren Horizont zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln, und haben vor, wieder nach Hause zurückzukehren“, meint Yu.