Chinas Staatspräsident Xi Jinping (rechts) bei einem Treffen mit dem Generalsekretär von Japans Liberaldemokratischer Partei, Toshihiro Nikai, am 16. Mai 2017. Nikai hielt sich aus Anlass des zweitägigen "Gürtel und Straße"-Forums in Beijing auf. Foto: Xinhua

Bei einem Treffen mit einem Vertreter der japanischen Regierung am Dienstag hat Chinas Staatspräsident Xi Jinping für die Handelsinitiative „Ein Gürtel, eine Straße“ geworben. Diese könne ein Experimentierfeld für beide Länder sein, Kooperation zu beiderseitigem Vorteil und gemeinsame Entwicklung der beiden Staaten zu erzielen.

Der Generalsekretär der Liberaldemokratischen Partei, Toshihiro Nikai, hatte China aus Anlass des „Ein Gürtel, eine Straße“-Forums in Beijing einen Besuch abgestattet. Japan habe seine Unterstützung für das Projekt klar zum Ausdruck gebracht, wie das chinesische Außenministerium mitteilte. Japan sei dazu eingeladen, mit China über gemeinsame Kooperation im Rahmen der Initiative zu sprechen, sagte Xi am Montag. Beide Länder verbänden gemeinsame Interessen in der Förderung der wirtschaftlichen Globalisierung und dem Freihandel, fuhr er fort. Nikai dankte Xi für das Treffen, gratulierte seinem Land zur erfolgreichen Organisation des Forums und betonte, Japan und China müssten enger zusammenarbeiten.

Japan zeigt Interesse an AIIB-Mitgliedschaft

Der frühere japanische Premierminister Yukio Hatoyama schrieb am Sonntag auf Twitter, die Initiative habe Frieden und Wohlstand im Blick und er habe das Gefühl, dass Japan „irgendwie hinterhinkt“, berichtete die Zeitung Sankei Shimbun.

Lyu Yaodong, ein Japanforscher an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften sagte, die Initiative werde von der Weltgemeinschaft akzeptiert. Durch die Teilnahme könne Japan sein regionales Engagement unter Beweis stellen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, japanische Regierungsvertreter hätten die Bereitschaft ihres Landes signalisiert, Mitglied der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) werden zu wollen. Japans Premierminister Shinzo Abe sagte am Montag, er sei an einer Mitgliedschaft in der AIIB interessiert, sofern den Umweltfolgen von Projekten der Entwicklungsbank Rechnung getragen werde, berichtete die japanische Kyodo News.

Xi: „Chancen, aber auch Herausforderugen“

Eine Mitgliedschaft in der AIIB und Teilnahme an der Initiative „Ein Gürtel, eine Straße“ sei eine neue Möglichkeit, die Beziehungen mit China zu verbessern, sagte Lyu, doch sei noch abzuwarten, ob Japan weitere Schritte in dieser Richtung unternehmen werde.

Xi betonte, die bilateralen Beziehungen seien von Herausforderungen, aber auch von Chancen gekennzeichnet. Beide Länder sollten ernsthaft über den tieferen Grund der Probleme sprechen und Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu verbessern.

Lyu sagte, Japan habe in diesem Jahr eine Reihe von Problemen erzeugt, unter anderem zu Fragen der Geschichte und dem „Ein-China-Prinzip“, welche die Beziehungen zu China „verschlechtert, nicht verbessert“ hätten. Tokio sollte seine Versuche aufgeben, auf internationalen Treffen eine Eindämmungspolitik gegenüber China zu verfolgen, und sich Schritt für Schritt um eine aufrichtigere Politik bemühen, fuhr er fort.