Der frühere australische Premierminister Kevin Rudd hat am Sonntag gesagt, die von China vorgeschlagene Seidenstraßeninitiative könne dabei helfen, die Reform und Entwicklung der derzeitigen internationalen Ordnung voranzubringen.

Kevin Rudd

Er machte die Anmerkung am 14. Mai in Beijing in einer chinesisch-sprachigen Rede auf der Thematic Session on Think Tank Exchanges während der Eröffnung des zweitägigen "Ein Gürtel, eine Straße"-Forums für Internationale Zusammenarbeit.

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hatte 2013 zum Aufbau des Wirtschaftsgürtels entlang der Seidenstraße und der Maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts aufgerufen. Dabei handelt es sich überwiegend um eine Zusammenarbeit bei Infrastruktur und Handel, die sich von Eurasien über den Rest der Welt erstreckt.

Der frühere australische Premierminister sagte, in den vergangenen 75 Jahren habe es keine Weltkriege gegeben. Dies sei überwiegend darauf zurückzuführen, dass es eine regelbasierte internationale Ordnung gebe, die von den Vereinigten Staaten und anderen wichtigen Kräften dieser Welt entworfen wurde. Er gestand jedoch auch ein, die vom Westen dominierte internationale Ordnung sei keineswegs perfekt.

In einem Interview mit China.org.cn nach der Sitzung führte Rudd das Thema weiter aus. Er sagte, es gebe nicht genug internationale Hilfe, nur unzulängliche Maßnahmen gegen den Klimawandel, eine Bedrohung durch Handelskriege und viele andere Probleme, denen die Welt gegenüberstehe. China kann dazu beitragen, die bestehende internationale Ordnung zu reformieren und weiter zu entwickeln. "Die Welt wird nach einem größeren chinesischen Beitrag suchen", sagte er.

Rudd sagte weiter, die Seidenstraßeninitiative sei "von positiver Signifikanz" für China, Eurasien und die gesamte Welt. "Sie kann eine neue Brücke zwischen Ost und West für den kulturellen Austausch, Handel, die Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernens werden. Auf Basis dessen kann auch eine höherrangige Zusammenarbeit bei Politik und Sicherheit stattfinden."

Präsident Xi hielt auf der Eröffnungszeremonie des zweitägigen Forums eine Grundsatzrede. Darin sprach er über den Fortschritt, der in den zurückliegenden vier Jahren mit der Seidenstraßeninitiative erzielt wurde und versprach, Chinas Beitrag zu der Initiative künftig auszubauen.

Rudd kommentierte die Rede mit den Worten, Xis Rede "kann die Seidenstraßeninitiative in einen viel größeren Zusammenhang setzen ... und den Geist der alten Seidenstraße, die dem wirtschaftlichen und kulturellen Austausch diente, wiederbeleben und auf die neue Umgebung im 21. Jahrhundert anwenden."

"Wenn er die künftige Seidenstraße und ihre wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung als das Ergebnis einer Atmosphäre der politischen Zusammenarbeit beschreibt, denke ich, dies sind positive neue Trends in dieser Welt", fügte er hinzu.