von Yang Jianguo

Das Gipfelforum zur „Ein-Gürtel-Eine-Straße“-Initiative wurde am 14. Mai offiziell eröffnet. Chinas Staatschef Xi Jinping nahm an der Eröffnungszeremonie teil und hielt eine Grundsatzrede.

In dieser Rede erinnerte Xi zunächst an die ersten Erfolge bei der Umsetzung der Initiative während der letzten vier Jahre und bekräftigte die Prinzipien und ihre Bedeutung dahinter. Daraufhin präsentierte er seine Vorstellungen der zukünftigen Perspektiven und unterstrich klar den Willen Chinas, den Aufbau des Projekts „Ein Gürtel, eine Straße“ weiter zu unterstützen.

Dies bedeutet, dass der Plan der „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative in eine neue, tiefere, umfassendere und systematischere Phase eingetreten ist. Insbesondere sind aus der Rede Xis folgende Punkte bemerkenswert:

Erstens ist „Ein-Gürtel-Eine-Straße“ ein Vorhaben zur Sicherung des Friedens, der Entwicklung und zur Gewährleistung einer handlungsfähigen Governance

Xi Jinping erwähnte während seiner Rede, dass brüchiger Frieden, stockende Entwicklung und eingeschränkte Governance ernstzunehmende Herausforderungen für die gesamte Menschheit darstellten.

Momentan befindet sich die Weltwirtschaft immer noch in einer Anpassungsphase und die Erholungskräfte seien schwach. Die Unterschiede der Wachstumsgeschwindigkeiten nehmen zu und die wirtschaftliche Globalisierung mache Rückschritte. Der internationaler Handel und Investitionen gehen zurück, während der Protektionismus sein Haupt erhebt.

Vor diesem Hintergrund wird die Seidenstraßeninitiative praktische und reiche Resultate liefern und zusätzliche Effekte freisetzen. Diese Effekte werden nicht nur auf einer ökonomischen oder industriellen Ebene wirken, sondern auch gleichzeitig das Policy-Feedback, die Kommunikationsinfrastruktur, den Handel, den Kapitalfluss und die Verbundenheit der Bürger untereinander vertiefen.

Diese Effekte werden nicht nur auf einer wirtschaftlichen oder industriellen Ebene wirken, sondern auch in anderen Bereichen. Die Vernetzung von Regierungen wird verbessert, ebenso die Kommunikationsinfrastruktur. Kapitalflüsse und Handel würden zunehmen, auch der zwischenmenschliche Austausch könnte davon profitieren. Durch diese gründliche, vielfältige und solide Zusammenarbeit kann man Schritt für Schritt die Probleme in den Bereichen Frieden, Entwicklung und Governance lösen.

Zweitens sind friedliche Zusammenarbeit, Offenheit und Toleranz, gegenseitiges Lernen und beidseitiges Profitieren die Grundprinzipien von „Ein Gürtel, eine Straße“

Ob in der Vergangenheit oder Gegenwart, der Wunsch der Völker nach einem guten Leben, Frieden, Freundschaft und einer prosperierender Entwicklung war immer präsent. Die Prinzipien von „Ein-Gürtel-Eine-Straße“ haben in diesem Wunsch ihren Ausgangs- und Endpunkt. Xi Jinping erklärte, dass man, um eine neue Form der internationalen Beziehungen zu schaffen, welche Kooperation und beidseitiges Profitieren in ihrem Kern tragen, Dialoge statt Konflikte führen und Partnerschaften statt Bündnisse schmieden müsse. Genau hierin bestünde die Umsetzung dieses Prinzips.

Drittens soll die digitale Seidenstraße des 21. Jahrhunderts ein weiterer Kernpunkt der „Ein-Gürtel-Eine-Straße“ Initiative werden

Xi Jinping bekräftigte die Notwendigkeit der Forcierung einer innovationsgetriebenen Entwicklung. Dazu müsse man die digitale Wirtschaft stärken und auf den Gebieten der künstliche Intelligenz, der Nano-Technologie, der Entwicklung von Quantencomputern und anderen Forschungsfeldern zusammenarbeiten. Ferner gelte es, die Anwendung von Big Data, Cloud Computing und den Aufbau intelligenter Städte voranzutreiben und diese zur digitalen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts zu verbinden.

Xi Jinping spricht in seinen Reden zur „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative auch oft über das Internet, die digitale Wirtschaft und den modernen Dienstleistungssektor. Doch die Tatsache, dass er in dieser Rede die digitale Wirtschaft so prominent zu einer „digitalen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts“ aufwertet, weist darauf hin, dass die Kooperationsinhalte der „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative sich sukzessive vertiefen werden.

Vor dem Hintergrund dieser neuen technologischen und industriellen Revolution, in der sich das System der internationalen Arbeitsteilung rasch verändert und sich die globale Wertschöpfungskette tiefgreifend verändert, wird die digitale Wirtschaft bei der Umsetzung von der Seidenstraßeninitiative eine immer wichtigere Rolle spielen.

Viertens, Leitlinie der umweltfreundlichen Entwicklung

Xi Jinping verwendete während seiner Rede mehrfach den Begriff der „grünen Entwicklung“. Im Prinzip verfolge man eine grüne, kohlenstoffarme, kreislaufartige und nachhaltige Lebens- und Produktionsweise. Doch auch in der Praxis habe China zusammen mit einer Vielzahl anderer Länder schon einen detaillierten Plan sowie ein Kooperationsmodel zum Aufbau einer grünen Ökonomie entworfen. In der Zukunft möchte China die Gründung einer Allianz für die grüne Entwicklung der „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative vorschlagen. Die schrittweise Umsetzung des Ideals der grünen Entwicklung in die Praxis ist der beste Beleg für den rasanten Fortschritt der „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative.

Fünftens, zur Unterstützung der „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative werden umfassende Maßnahmen getroffen

Xi Jinpings Rede enthielt des Weiteren auch das Thema von der kompletten Aufwertung einer Reihe von Maßnahmen rund um die „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative. Dazu gehöre beispielsweise die Diversifizierung des Finanzierungssystems und der Aufbau eines vielschichtigen Kapitalmarktes, das Vorantreiben eines gerechten, vernünftigen und transparenten internationalen Systems von Investitionsregeln, die Schaffung einer Think-Tank-Vereinigung, eines Kooperationsnetzwerkes und einer Nachrichten-, Musik- und Erziehungsallianz, sowie weitere kulturelle Zusammenarbeitsplattformen.

Es ist gerade die fortfahrende Aufwertung dieser Art von Maßnahmen, die den Aufbau von „Ein Gürtel, eine Straße“-Initiative voranbringen und diese Initiative damit auf eine neue, vertiefte, ganzheitlichere und systematischere Ebene heben.

Der Autor ist Experte für Industriecluster in China und Berater der Zhengzhou Airport Economy Zone.