Nachdem China Anfang Januar die Einstufung von COVID-19 herabgesetzt und damit den reibungslosen und geordneten grenzüberschreitenden Reiseverkehr chinesischer und ausländischer Staatsangehöriger erleichtert hat, hat sich der Markt für Auslandsreisen, der in den letzten drei Jahren fast zum Erliegen gekommen war, während des Frühlingsfestes schnell wieder erholt.

„Derzeit ist die Nachfrage nach Auslandsreisen sehr stark. So waren beispielsweise unsere Charterflüge auf die Malediven zum chinesischen Neujahrsfest innerhalb von drei Tagen ausverkauft", berichtete Hang Haijun, Leiter eines Reisefotodienstleisters.

Die Botschaften und Fremdenverkehrsbüros vieler Länder, darunter Thailand, Norwegen und Indonesien, haben seit der Anpassung von Chinas COVID-19-Maßnahmen und der Ein-/Ausreisepolitik chinesische Touristen auf unterschiedliche Weise willkommen geheißen.

„Für jedes Reiseziel in der Welt ist die Rückkehr chinesischer Touristen etwas, worauf man sich freuen kann", betonte Shen Jiani, ein leitender Forscher am strategischen Forschungszentrum des Ctrip Research Institute. Er fügte hinzu, dass der Aufschwung auf dem asiatischen Markt am stärksten zu spüren sein werde, da dieser näher an China liege.

Chinesische Touristen wählen heute eher Reiseziele im Ausland mit offeneren und freundlicheren Einreisebestimmungen. Daten der Trip.com Group zeigen, dass fast die Hälfte der Hotelbuchungen, die chinesische Touristen auf der Plattform für einen Zeitraum von mehr als 20 Tagen vorgenommen haben, auf Hotels in Thailand entfallen. In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der Antragsteller für ein thailändisches Visum in China im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, während die Zahl der Käufer von Tourismusprodukten für Thailand im Vergleich zum Vorjahr sogar um das Zehnfache angestiegen ist, wie aus Daten der Alibaba-Reisebranche Fliggy hervorgeht.

Der Zustrom chinesischer Touristen stärkt gleichzeitig auch das Vertrauen in die wirtschaftliche Erholung einiger Länder, die sehr stark vom Tourismus abhängig sind. In Malaysia werden beispielsweise für dieses Jahr 1,5 bis 2 Millionen chinesische Touristen erwartet, während einige Branchenvertreter in Singapur schätzen, dass chinesische Touristen zusätzliche jährliche Einnahmen in Höhe von 2 Milliarden Singapur-Dollar generieren werden.

Die starke Nachfrage der Chinesen nach Auslandsreisen hat auch die inländischen Tourismusbehörden dazu veranlasst, ihre Politik anzupassen. So veröffentlichte das Ministerium für Kultur und Tourismus am 20. Januar ein Rundschreiben zur Wiederbelebung von Gruppenreisen ins Ausland in 20 Länder mit freundlicher Einreisepolitik gegenüber China - darunter Thailand, die Malediven, die Vereinigten Arabischen Emirate, Russland und Neuseeland.