Eine Reihe von internationalen Investmentfirmen und Strategen sind in letzter Zeit optimistischer geworden, was die Aussichten des chinesischen Kapitalmarktes angeht. China hat seine Reaktion auf Covid-19 optimiert und verfolgt eine günstigere Wirtschaftspolitik als zuvor.

Chinas jüngste Covid-19-Reaktion verbessere die Investitionsaussichten, heißt es in einem aktuellen Bericht des Vermögensverwaltungszweiges der Schweizer Großbank UBS.

„Eine vollständige Wiedereröffnung wird wahrscheinlich im ersten Quartal 2023 stattfinden. Das wirkt sich positiv auf die mittelfristigen Investitionsaussichten aus“, sagte ein Sprecher der UBS Wealth Management. Die Großbank habe China in ihrer Asienstrategie auf den Rang „am meisten bevorzugt“ gehoben.

Es stimme, dass viele internationale Investoren auf der Suche nach Schnäppchen in chinesische Anlagen strömten. Dies sagte Kevin Chen, Chefökonom der in New York ansässigen Vermögensverwaltungsfirma Horizon Financial, am Dienstag.

Der Markt unterschätze die weitreichenden Auswirkungen der chinesischen Politikanpassung. Er zöge nicht die Möglichkeit in Betracht, dass es trotz des anhaltenden strukturellen Gegenwinds zu einer robusten zyklischen Erholung kommen könne, heißt es in einer aktuellen Forschungsnotiz von Morgan Stanley.

„Das bedeutet nicht nur, dass das absolute Wachstum des MSCI China Gewinns pro Aktie und der Eigenkapitalrendite in die Höhe schnellen wird, sondern auch, dass eine noch dramatischere Verschiebung in relativen Zahlen in Sicht ist“, schrieben die Analysten von Morgan Stanley in dem Bericht.

Sowohl Morgan Stanley als auch Goldman Sachs gehen davon aus, dass der MSCI China Index bis Ende 2023 auf 80 steigen wird. Am Dienstag hatte er mit 71,09 Punkten geschlossen.

Nach Ansicht von Kinger Lau, Chefstratege für chinesische Aktien bei Goldman Sachs, ist China im Jahr 2023 in Bezug auf Wachstum, Politik und Inflation im globalen Kontext gut aufgestellt.

Schroder Investment Management wurde am 13. Januar für den Betrieb einer hundertprozentigen Fondsmanagementfirma in China zugelassen. Damit folgt das Unternehmen den Vermögensverwaltern BlackRock, Fidelity International und Neuberger Berman.

Laut einem Bericht des Medienkonzerns Bloomberg wird China bis zum Sommer und in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich eine der wichtigsten Prioritäten für Investoren sein. Bloomberg zitiert hierbei die Einschätzung von Peter Alexander, Geschäftsführer der in Shanghai ansässigen Z-Ben Advisors.

Yuki Izumikawa, ein Beamter der japanischen Vereinigung zur Förderung des internationalen Handels, sagte, China habe seine Covid-Präventions- und Kontrollpolitik angepasst. Viele Wirtschaftsdelegationen chinesischer Lokalregierungen hätten begonnen, Investitionen im Ausland anzuziehen und Japan als eines ihrer Ziele zu wählen.

Der Optimismus der Investoren auf dem chinesischen Kapitalmarkt hat die chinesische Währung Renminbi (RMB) gestärkt, die seit Ende November 2022 um mehr als sechs Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet hat.

Der kurzfristige Ankündigungseffekt von Chinas Optimierung der Covid-19-Reaktion sei positiv für den RMB. Wachstum und Aktien werden neu bewertet, sagte Claudio Irigoyen, leitender Stratege bei der Bank of America in einer kürzlich erschienenen Pressemitteilung.