Trotz starkem Gegenwind durch Faktoren wie den sporadischen COVID-19-Ausbrüchen und Reisebeschränkungen, blieb Chinas Arbeitsmarkt nach Angaben des Nationalen Statistikamtes im vergangenen Jahr stabil. Und obwohl einige Herausforderungen bestehen bleiben, gibt es Gründe für Optimismus.

Im Jahr 2022 fanden 12,06 Millionen Menschen einen neuen Arbeitsplatz, womit das Jahresziel von 11 Millionen übertroffen wurde, erklärte das Nationale Statistikamt (NBS) am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Beijing.

„Die Stabilisierung des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr war eine große Herausforderung, da kleine und mittlere Unternehmen aufgrund von COVID-19 mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten“ erklärte Kang Yi, Direktor der NBS. „Wir haben aber unter dem Strich erfolgreich daran festgehalten, massive Arbeitslosigkeit zu verhindern“, betonte Kang.

Die Arbeitslosenquote hat in städtischen Gebieten der NBS zufolge im April mit 6,1 Prozent ihren Höhepunkt erreicht und blieb aufgrund einer Reihe unterstützender Maßnahmen relativ stabil. Im Dezember lag die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent und sank damit um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat.

Nach Angaben des NBS sank die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren im vergangenen Monat auf 16,7 Prozent, was einem Rückgang von 0,4 Prozentpunkten gegenüber November entspricht.

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in 31 Großstädten, darunter Beijing und Shanghai, lag im Dezember bei 6,1 Prozent, das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als im Vormonat.

Sowohl die Zahl der Wanderarbeiter als auch ihre Einkommen seien im Jahr 2022 gestiegen, teilte das NBS mit, dessen Daten einen Anstieg bei den Wanderarbeitern um 3,11 Millionen auf 295,6 Millionen Menschen ausweisen, die jeweils ein monatliches Durchschnittseinkommen von 4.615 Yuan (683 US-Dollar) verdienten. Das entspricht einem Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Land stehe jedoch immer noch unter dem Druck einer großen Zahl von Arbeitslosen, insbesondere unter den neuen Hochschulabsolventen, und einer unausgewogenen Erwerbsbevölkerung, führte Kang aus.

„Wir erwarten, dass sich die Beschäftigungslage in diesem Jahr durch den wirtschaftlichen Aufschwung und die Ausweitung von Einstellungskampagnen verbessern wird“, erklärte der NBS-Direktor, der erwartet, dass Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit normalisieren und im Zuge der optimierten COVID-19-Kontrollpolitik mehr offene Stellen anbieten werden.

„Die Wiederaufnahme des Transport- und Reiseverkehrs wird den Aufschwung in der Dienstleistungsbranche, z. B. im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Tourismus, ankurbeln, was wiederum mehr Arbeitssuchende anziehen wird. Die kontinuierlich umgesetzte Politik, bei der die Beschäftigung an erster Stelle steht, bietet einen starken Rückhalt für die Arbeitssuchenden“, erörterte Kang.

Guo Sheng, CEO der Personalvermittlungsplattform Zhaopin,erwartet, dass sich der Arbeitsmarkt nach dem Frühlingsfest deutlich erholen wird.

Der Dienstleistungssektor werde sich kurzfristig erholen und der Hightech-Sektor mit der wirtschaftlichen Erholung langfristig gute Aussichten haben, prognostiziert Guo.