Während Städte auf der ganzen Welt um die Anpassung an den Klimawandel ringen, hat die „C40“-Gruppe – eine internationale Organisation von Städten, die bei Maßnahmen zur Bewältigung der Krise zusammenarbeiten – erklärt, dass chinesische Städte bei der Bewältigung des Klimawandels führend sind.

„Chinesische Städte sind beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel in vielerlei Hinsicht führend“, sagte Mark Watts, der Geschäftsführer der Organisation, und verwies auf die großen Fortschritte vieler Städte in China bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen. „In Shenzhen zum Beispiel wurden alle Busse und Taxis durch Elektrofahrzeuge ersetzt.“

Watts sagte, dass China auch große und beschleunigte Anstrengungen unternommen habe, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern.

In Qingdao in der Provinz Shandong etwa seien bis Ende letzten Jahres 38 Millionen Quadratmeter an Gebäuden renoviert worden, wovon etwa 475.000 Haushalte profitiert hätten und wodurch eine jährliche Kohlenstoffreduzierung von etwa 515.000 Tonnen erreicht worden sei.

„Da mehr als die Hälfte der weltweiten Bautätigkeit in China stattfindet, ist der Bausektor ein Bereich, in dem chinesische Städte bei der Emissionsreduzierung wirklich führend sein könnten“, sagte Watts. „Diese Erfahrungen sind für Städte auf der ganzen Welt wertvoll, insbesondere für Städte im globalen Süden, da sie in Bezug auf Industriestruktur, Energieverbrauch und Entwicklung einander eher ähnlich sind.“

Watts sagte, dass viele chinesische Städte auch in der Süd-Süd-Klimakooperation engagiert seien. Die C40-Gruppe habe sich verpflichtet, chinesische Städte dabei zu unterstützen, eine Führungsrolle im Bereich des Klimaschutzes zu übernehmen und Erfahrungen auf globaler Ebene auszutauschen. Darüber hinaus habe die C40 elf „Beschleuniger“ initiiert, um Maßnahmen in den Bereichen Bauwesen, Verkehr, Luftqualität und erneuerbare Energien zu fördern, so Watts.

„Beijing, Qingdao und Nanjing sind zum Beispiel ‚C40 Clean Construction Accelerator‘-Pilotstädte, die mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, um die verkörperten Emissionen im Bausektor zu reduzieren und das Erreichen von ‚Carbon Peak‘ und Kohlenstoffneutralität auf Stadtebene und innerhalb der Bauindustrie zu erleichtern“, sagte er. Bei verkörperten Kohlenstoffemissionen handelt es sich um den Ausstoß, der von den Materialien und Baumaßnahmen während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes oder eines Infrastrukturprojekts verursacht wird.

Auf Städte entfielen mehr als 70 Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen, und 56 Prozent der Weltbevölkerung lebten in Städten, wobei diese Zahl voraussichtlich weiter steigen werde, was die Städte zu einem entscheidenden Faktor im Kampf gegen den Klimawandel mache, so Watts weiter.

„Städte können ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durchbrechen, Kohlendioxidemissionen und Umweltverschmutzung reduzieren, die öffentliche Gesundheit verbessern und gute, grüne Arbeitsplätze schaffen, die den Weg in eine Zukunft ebnen, in der es allen Menschen überall gut geht“, erklärte Watts.