Einem Mädchen wird in einer Klinik in der Provinz Qinghai eine Impfung gegen Covid-19 verabreicht. (Archivfoto von Xinhua)

Als jüngsten Schritt zur weiteren Optimierung der chinesischen Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung angesichts steigender Fallzahlen hat das Team für gemeinsame Präventions- und Kontrollmechanismen des Staatsrats am Montag vier Dokumente mit detaillierten Vorschriften zu Nukleinsäuretests, zur Klassifizierung von Risikogebieten, zur häuslichen Quarantäne und zur häuslichen Gesundheitsüberwachung vorgelegt. Nach Ansicht von Experten können die Anpassungen eine wissenschaftliche und präzise Umsetzung der dynamischen Null-COVID-Politik gewährleisten.

Den jüngsten Dokumenten zufolge sollten die lokalen Behörden keine massenhaften Nukleinsäuretests mehr durchführen, wenn es an einem Ort keinen Virus-Ausbruch gibt. Stattdessen sollten sie sich eng an die neunte Ausgabe des nationalen Epidemiepräventions- und -kontrollplans halten und sich auf die wichtigsten Bevölkerungsgruppen konzentrieren.

Bestimmte Orte sollten überdies nicht länger als Risikogebiete ausgewiesen werden, wenn die bestätigten oder asymptomatischen Fälle während der zentralen Quarantäne, der häuslichen Quarantäne oder innerhalb des geschlossenen Kreislaufs entdeckt werden, aber als kein Risiko für die Gemeinschaft oder Familien außerhalb ihres Tätigkeitsbereichs eingestuft werden.

Die Dokumente betonen auch die psychologische Unterstützung für Personen, die einer COVID-19-Quarantäne oder einer Gesundheitsüberwachung unterliegen, um stressbedingte Extremereignisse zu vermeiden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf gefährdeten Gruppen wie schwangeren Frauen, älteren Menschen oder Personen mit Grunderkrankungen.

Experten erklärten gegenüber der Global Times, dass es sich bei den jüngsten Dokumenten um ergänzende Vorschriften zu den kürzlich herausgegebenen 20 optimierten COVID-19-Reaktionsmaßnahmen handele, mit denen die Pandemie landesweit wissenschaftlich und präzise bekämpft werden soll. Zuvor war in einigen Kommunalverwaltungen über übertriebene und pauschale Ansätze berichtet worden.

Die Dokumente vom Montag kommen zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere chinesische Städte mit einem starken Aufflackern der COVID-19-Pandemie und steigenden Fallzahlen zu kämpfen haben. China verzeichnete in den letzten sechs Tagen mehr als 20.000 Neuinfektionen in Folge. Am Sonntag wurden landesweit 2.365 neue bestätigte Fälle und 24.730 neue asymptomatische Fälle gemeldet.

Während sich die chinesischen Kommunalverwaltungen bemühen, das Aufflackern des Virus einzudämmen und gleichzeitig die (negativen) Auswirkungen der Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen auf das Leben der Menschen und die Wirtschaftstätigkeit zu minimieren, wiesen Experten darauf hin, dass die Pathogenität und Virulenz der vorherrschenden Omikron-Varianten im Vergleich zu den Delta-Varianten offenbar abgenommen hätten.

Wenn die meisten Chinesen geimpft wären, würde dies zusätzlich dazu beitragen, den Schweregrad der Fälle nach der Infektion zu verringern. Insgesamt seien die Auswirkungen des Virus auf die Gesellschaft im Vergleich zu 2021 also weitgehend zurückgegangen, betonte ein anonymer Experte.

Bis zum 4. November waren in China mehr als 3,4 Milliarden Dosen der COVID-19-Impfstoffe verabreicht worden, 1,2 Milliarden Menschen waren vollständig geimpft und mehr als 800 Millionen Auffrischungsimpfungen („Booster“) waren verabreicht worden, berichteten die nationalen Gesundheitsbeamten auf einer Pressekonferenz am 5. November.