Im Zuge seiner kontinuierlichen Öffnung und Deregulierung hat China nun angekündigt, auch die bisher geltenden Obergrenzen für die Beteiligung ausländischer Versicherer an Vermögensverwaltungsfirmen zu streichen. Experten zufolge wird dies weiter dazu beitragen, internationale renommierte Versicherungsgesellschaften für den chinesischen Markt zu begeistern.

China wird die Obergrenzen für die Beteiligung ausländischer Versicherer an Vermögensverwaltungsfirmen abschaffen, wie aus einer am Freitag angekündigten neuen Verordnung hervorgeht, mit der China seine Finanzmärkte weiter für ausländische Investoren öffnen will.

Dieses jüngste Zeichen der Deregulierung wurde im Rahmen der Vorschriften für Vermögensverwaltungsfirmen im Versicherungssektor bekannt gegeben, die am 1. September in Kraft treten sollen.

In dem Bestreben, einen Vorstoß des Staatsrats zur Aufhebung der Eigentumsbeschränkungen bei Vermögensverwaltungsfirmen im Versicherungssektorvoranzutreiben, würden ausländische Versicherungsgesellschaften nicht mehr an Obergrenzen für ihre Beteiligungen an solchen Firmen gebunden sein, erklärte die Chinesische Banken- und Versicherungsregulierungskommission (CBIRC) in einem Q&A-Dokument (Frage und Antwort) auf ihrer Website bei der Vorstellung der neuen Verordnung. Das Büro des Finanzausschusses des chinesischen Staatsrats hat sich für die Aufhebung einer zuvor geltenden obligatorischen Mindestbeteiligung von 72 Prozent an Vermögensverwaltungsfirmen im Versicherungssektorseitens inländischer Versicherer und für die Erlaubnis ausländischer Investoren, Beteiligungen von mehr als 25 Prozent zu halten, ausgesprochen.

Gleichzeitig wurden in der neuen Verordnung Qualifikationskriterien für Investoren festgelegt, die für in- und ausländische Aktionäre gleichermaßen gelten. Dies werde dazu beitragen, internationale Versicherer und Vermögensverwalterauf Top-Niveau dazu zu ermutigen, in Chinaaktiv zu werden, so die CBIRC.

Die neuen Vorschriften würden ausländischen Versicherern den Weg für die Gründung von hundertprozentigen Vermögensverwaltungsgesellschaften in Chinaebnenund auf der weitreichenden finanziellen Öffnung des Landes aufbauen, erklärte Dong Dengxin, Direktor des Instituts für Finanzen und Wertpapiere an der Wuhan University of Science and Technology, am Freitag. Die Aufhebung der Beteiligungsbeschränkungen für die Vermögensverwaltung von Versicherungen folgedamit früheren Deregulierungsschritten für Makler oder Unternehmen im Fonds- und Futures-Bereich, so der Experte weiter. Dong sagte, dass die Vermögensverwaltung von Versicherungen eine größere Anzahl von Personen einbeziehe und die Aufhebung der Grenzen für den Aktienbesitz daher nun erst etwas später erfolgt sei.

In den letzten Jahren ist China dazu übergegangen, die Kontrolle ausländischer Beteiligungen an Wertpapier-, Fondsverwaltungs- und Versicherungsunternehmen abzuschaffen. In der Folge haben viele globale Bank- und Fondsriesen beantragt, ihre hundertprozentigen Tochtergesellschaften in China zu gründen. Da China bei der Aufsicht über den Markt für Vermögensverwaltungimmer anspruchsvoller werde, sei es nun an der Zeit, die aus regulatorischen Gründen bestehenden Beteiligungsbeschränkungen aufzuheben und ausländischen Unternehmen einen besseren Zugang zum Markt zu ermöglichen, so Dong.