98 Prozent der derzeit annähernd 8800 Produkte, die aus den 16 am wenigsten entwickelten Ländern der Welt nach China importiert werden, können künftig zollfrei eingeführt werden. Damit sollen Partnerschaften gestärkt und gemeinsames Wachstum gefördert werden.

Ein Blick auf den Stand von Togo während einer Messe in Beijing (Archivfoto von Xinhua)

China wird ab dem kommenden Monat 98 Prozent der Produkte, die zurzeit steuerpflichtig aus den 16 am wenigsten entwickelten Länder nach China importiert werden, zollfrei behandeln, teilte die Zolltarifkommission des Staatsrats in einer Erklärung am Dienstag mit.

Die neue Regelung, die am 1. September in Kraft tritt, betrifft derzeit insgesamt 8.786 Produkte und soll dazu beitragen, die Marktchancen der produzierenden Länder, darunter Togo, Dschibuti, Laos und Ruanda, zu vergrößern, gemeinsames Wachstum zu fördern und den Aufbau einer Zukunftsgemeinschaft für die Menschheit zu unterstützen, heißt es in der Erklärung.

Die politische Maßnahme soll schrittweise auf alle wenig entwickelten Länder ausgeweitet werden, die diplomatische Beziehungen zu China unterhalten, und wird auf den Fortschritten des schriftlichen Austauschs basieren, hieß es weiter.

Experten zufolge wird dieser Schritt dazu beitragen, Chinas Importe insbesondere von landwirtschaftlichen Gütern und Produktionsmaterialien aus den am wenigsten entwickelten Volkswirtschaften weiter zu erhöhen, und die Stabilisierung und Erholung der Weltwirtschaft zu unterstützen.

Zuvor hatte die Kommission im Dezember angekündigt, dass China den am wenigsten entwickelten Ländern, die diplomatische Beziehungen zu China aufgenommen und einen Briefwechsel mit China abgeschlossen haben, eine bevorzugte Zollbehandlung gewähren wird. So wurden beispielsweise landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Erdnussöl und Chemikalien, einschließlich Polyethylen, in den Bereich der zollfreien Waren aufgenommen.

Neben zahlreichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Exporte in der zweiten Jahreshälfte, werde China in den kommenden Monaten die Importe ausweiten, um die Versorgung mit Massengütern im Inland sicherzustellen, sagte Zhang Bin, stellvertretender Generaldirektor der Außenhandelsabteilung des Handelsministeriums. Zudem sollen die Handelsgespräche und der Modernisierungsprozess für Freihandelsabkommen zwischen China und dem Golfkooperationsrat, Weißrussland, Israel, Singapur, Südkorea und Peru beschleunigt werden, betonte Zhang.

Chinas Importe stiegen nach Angaben der Allgemeinen Zollverwaltung im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 4,8 Prozent auf 8,66 Billionen Yuan (1,28 Billionen Dollar). Ermutigt durch die Reform- und Öffnungspolitik hatte China bereits bis Ende 2021 konventionelle Zollsätze für eine große Anzahl von Produkten aus 29 Ländern und Regionen im Einklang mit den einschlägigen Handelsabkommen und Präferenzregelungen eingeführt, was zu niedrigeren Zöllen auf Produkte aus Ländern wie Neuseeland, Peru, der Schweiz, Pakistan und Costa Rica führte.

Im Rahmen des Regional Comprehensive Economic Partnership Agreements und des neuen Freihandelsabkommens zwischen China und Kambodscha, die beide im Januar in Kraft traten, wurden in China bereits Zölle komplett gestrichen oder niedrigere Zollsätze eingeführt.