Die Internationalisierung der chinesischen Währung schreitet voran. Der Internationale Währungsfonds hat am Montag die Gewichtung des Renminbi im Währungskorb der Sonderziehungsrechte um 1,36 Prozentpunkte erhöht.

Ein Arbeiter zählt Geldscheine der chinesische Währung Renminbi in einer Bank in Linyi in der ostchinesischen Provinz Shandong, Foto: Xinhua

Mit Wirkung vom Montag hat der Internationale Währungsfonds die Gewichtung des Renminbi im Währungskorb der Sonderziehungsrechte (SZR) um 1,36 Prozentpunkte auf 12,28 Prozent erhöht.

Der IWF traf die Entscheidung für die Anhebung der Gewichtung auf der Grundlage der Entwicklung des Welthandels und der Finanzmärkte der Jahre 2017 bis 2021. Nach der Anhebung der Gewichtung hat die chinesische Währung weiterhin den drittgrößten Anteil am SZR-Korb, hinter dem US-Dollar und dem Euro, aber vor dem japanischen Yen und dem britischen Pfund.

Als Beweis für die beschleunigte Integration des Renminbi in das globale Finanzsystem trägt die Erhöhung der Gewichtung nach Ansicht von Experten dazu bei, die Bestände von auf Renminbi lautenden Vermögenswerten im Ausland zu erhöhen und das Vertrauen der Märkte in die Währung zu stärken.

Zhang Liqing, Direktor des Zentrums für internationale Finanzstudien, das zur Zentralen Universität für Finanzen und Wirtschaft gehört, unterstrich, dass die Aufwertung den jüngsten Fortschritt bei der Internationalisierung der Währung darstelle.

Als aufstrebende internationale Währung nehme der Renminbi seine Rolle als Medium für internationale Transaktionen, als Preiseinheit und als Reservewährung in unterschiedlichem Maße wahr, auch wenn er noch weit hinter dem Dollar und dem Euro zurückliege, so Zhang.

Nach Angaben der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) hat der Renminbi im Juni seine Position als fünftwichtigste Währung im weltweiten Zahlungsverkehr mit einem Anteil von 2,17 Prozent gegenüber 2,15 Prozent im Vormonat gehalten. Was die Funktion des Renminbi als Reservewährung angeht, so ist sein Anteil an den weltweiten Devisenreserven im ersten Quartal auf 2,88 Prozent gestiegen. Dies bedeutet den weltweit fünften Platz und den höchsten Wert seit Beginn der Veröffentlichung der Zahlen durch den IWF im Jahr 2016.

Darüber hinaus spielt die chinesische Währung auch eine größere Rolle bei der Sicherung der globalen Finanzstabilität. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erklärte im Juni, dass sie ein Renminbi-Liquiditätsarrangement entwickeln werde. Das Arrangement wird als Yuan-Reservepool fungieren, aus dem die teilnehmenden Zentralbanken bei Bedarf Renminbi-Liquidität beziehen können, um Marktschwankungen zu bewältigen. Die Internationalisierung des Renminbi werde durch die Infragestellung der Glaubwürdigkeit des Dollars gefördert, während der Renminbi im Falle einer weltweiten wirtschaftlichen Rezession als sicherer Hafen dienen könne, so Zhang.