Da die Infektionszahlen in China in jüngster Zeit wieder zurückgehen, haben zahlreiche Provinzen die Reisebeschränkungen wieder gelockert. Die Tourismusbranche des Landes hofft auf ein Comeback.

Ein Tourist fotografiert am 11. Juni 2022 Lotusblumen im Feuchtgebiet des Chishan-Sees in Nanjing in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, Foto:Xinhua.

In einem Dutzend chinesischer Provinzen und Regionen werden die Reisebeschränkungen vor den Sommerferien gelockert. Angesichts der ermutigenden Politik des Landes und der konstant niedrigen Covid-19-Infektionsrate dürfte das den Tourismusmarkt ankurbeln.

Medienberichten zufolge haben einige Regionen wie die zentralchinesische Provinz Hubei, die südchinesische Provinz Hainan, die ostchinesischen Provinzen Zhejiang und Jiangxi sowie die nordwestchinesische Provinz Gansu den Reiseverkehr zwischen den Provinzen wieder aufgenommen, um die Wiederbelebung derMärkte angesichts der bevorstehenden Sommerferien und der Abiturientenzeit zu fördern.

Die Neuerungen hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Aufträge der lokalen Agenturen. Nach Angaben des Reisebüros Ctrip stiegen in den vergangenen Tagen bis Dienstag die Buchungen für Gruppenreisen zwischen den Provinzen im Vergleich zur Vorwoche um fast 300 Prozent an. Auch die Buchungen für Flüge und Hotels über die Agentur sind seit Anfang Juni in die Höhe geschnellt, wobei die Zahl der durchschnittlichen täglichen Buchungen die des Vergleichszeitraumes im letzten Jahr übersteigt, so Ctrip.

Am Dienstag kündigte Hubei an, allen Reisebüros in der Provinz die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit gestatten zu wollen. Bei lokalen Agenturen schnellten die Buchungen in die Höhe, vor allem für den berühmten Shennongjia-Waldbezirk, eines von drei Zentrenin China, in denen endemische Pflanzenarten beheimatet sind.

Dieser Schritt erfolgte nach der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Zhengzhou-Chongqing. Das hatte zur Folge, dass sich das Suchvolumen für Reiseziele in Hubei auf der Ctrip-Website am Dienstag verdoppelte. Die Zahl der Vorabbuchungen für provinzübergreifende Gruppenreisen nach Hubei während der Sommerferien stieg nach Angaben von Ctrip um 346 Prozent.

Fang Zeqian, ein Branchenanalyst bei Ctrip, sagte, dass die Bemühungen der Provinzen und Regionen, den grenzüberschreitenden Reiseverkehr anzupassen, den Nachholbedarf an Reisen und den Eifer der lokalen Regierungen zeigen, diese Gelegenheit zu nutzen. Die lokalen Regierungen bemühen sich zwar aktiv um die Wiederaufnahme des Fremdenverkehrs, bleiben aber bei der Wiedereröffnung zurückhaltend.

Am 31. Mai kündigte Chinas Nationale Behörde für Kultur und Tourismus einen Mechanismus zur Unterbrechung von Reisen durch die Provinzen an. Danach muss eine Region auf Kreisebene die Ein- oder Ausreise von Reisegruppen verhindern, wenn in den vorangegangenen 14 Tagen ein Ausbruch der Krankheit aufgetreten ist oder die Zahl der kumulierten lokalen Fälle 50 übersteigt.

Die Behörde hat außerdem die vierte Version der Richtlinien zur Epidemieprävention und -kontrolle für Reisebüros herausgegeben, die den Anwendungsbereich des „Circuit-Breaker-Mechanismus“ von der Provinz- auf die Kreisebene erweitert und eine präzisere Strategie zur Bekämpfung von Epidemien in China vorsieht. Branchenanalysten rechnen mit mehr grenzüberschreitenden Reisen, wenn die Ausbrüche in Beijing und Shanghai abklingen.