Li Keqiang spricht mit Landwirten auf einem Weizenfeld in Gaobeidian.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang betonte am Dienstag die fundamentale Rolle der Getreideproduktion und der Energieversorgung für die Stabilisierung der Rohstoffpreise und ließ wissen, dass China seine vorsichtige Geldpolitik beibehalten habe, um einen möglichen Anstieg der Inflation zu begrenzen.

Während einer Erkundungsreise durch die nordchinesische Provinz Hebei forderte Li die lokalen Behörden dazu auf, die Umsetzung von Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaftsleistung sicherzustellen und Reformen bei der Lösung einer Reihe von Problemen Vorrang einzuräumen. Er sprach unter anderen mit Landwirten und Betreibern von Weizenerntemaschinen auf einem Weizenfeld in Gaobeidian, die dem Ministerpräsident mitteilten, dass sie sich auf eine üppige Ernte in diesem Jahr vorbereiteten.

Li brachte seine Freude darüber zum Ausdruck und betonte die Notwendigkeit, die Ernte und Lagerung von Weizen - einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel in China - zu beschleunigen. Eine gute Ernte in diesem Jahr könne dazu beitragen, die Sorgen zu zerstreuen und die Grundlage für eine stabile Getreideproduktion in diesem Jahr zu schaffen, denn eine angemessene Getreideversorgung in China sei für stabile Rohstoffpreise entscheidend, so der Ministerpräsident.

Er erläuterte, dass die Getreideproduktion und die Energieversorgung zwei wichtige Säulen für stabile Rohstoffpreise bilden würden, und dass Arbeitsplätze und Rohstoffpreise zwei Schlüsselindikatoren für eine stabile Wirtschaftsleistung seien. Der Ministerpräsident betonte überdies, dass Chinas umsichtige Geldpolitik Spielraum für flexiblere politische Reaktionen auf künftige Herausforderungen gelassen habe.

Li hat in letzter Zeit bereits mehrfach betont, wie wichtig die Stabilisierung der Getreide- und Energieversorgung sei, da der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eine weltweite Nahrungsmittelkrise ausgelöst hat und die Preise für Getreide, Speiseöl, Treibstoff und Düngemittel in die Höhe getrieben hat. Der chinesische Verbraucherpreisindex, ein wichtiger Gradmesser für die Inflation, stieg in der Folge nach Angaben des Staatlichen Amts für Statistik im Mai um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Li besuchte auch ein Kohlekraftwerk in Zhuozhou, wo er das Unternehmen aufforderte, die Stromerzeugung mit voller Kapazität zu betreiben. Da sich das Land auf einen Spitzenwert beim Stromverbrauch im Sommer vorbereite, sei es besonders wichtig, die hohen Produktionskapazitäten in der Kohleindustrie weiter auszuschöpfen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Er warnte vor Stromausfällen und rief dazu auf, die Maßnahmen zur Sicherung der Wirtschaft und des Wohlergehens der Bevölkerung in vollem Umfang umzusetzen.

Der Ministerpräsident rief schließlich dazu auf, die laufenden Programme zu erweitern und zu erneuern, um die Zahl der hocheffizienten und sauberen Kohlekraftwerksprojekte zu erhöhen. In diesem Zusammenhang forderte er, dass mehr Pumpspeicherkraftwerksprojekte entwickelt werden müssten, um die Stromversorgungskapazität zu erhöhen.

Er betonte, dass China zum Welthandel beitrage und sehr davon profitiere, und dass ein stabiler globaler Energiemarkt für alle Länder von Vorteil sei. China müsse seine reichhaltigen Kohleressourcen nutzen, um nicht nur die eigene Energiesicherheit zu gewährleisten, sondern auch zur Stabilisierung der weltweiten Energiepreise sowie der internationalen Industrie- und Lieferketten beizutragen, betonte er.