Zwei Drittel der europäischen Unternehmen, die in China tätig sind, verzeichneten im Jahr 2021 ein Umsatzwachstum von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Europäischen Handelskammer in China hervor. In dem Bericht werden allerdings auch Herausforderungen wie die Pandemie, die Verlangsamung der Binnenkonjunktur und die Veränderungen des globalen Umfelds aufgelistet, die den meisten von ihnen das Geschäft erschweren könnten.

(Foto von VCG)

Chinesische Analysten machten jedoch klar, dass einige europäische Unternehmen versuchen würden, ihre Herausforderungen übertrieben darzustellen, um den Druck auf China zu erhöhen und im Gegenzug „unverhoffte Gewinne" zu erzielen und einige Druckmittel in den zukünftigen Verhandlungen zwischen Brüssel und Beijing zu gewinnen.

Sie forderten die europäischen Unternehmen dazu auf, eine faire und objektive Sichtweise einzunehmen und zwischen globalen Herausforderungen und den spezifischen Situationen in China zu unterscheiden.

Laut dem „European Business in China Confidence Survey 2022“ der Handelskammer der Europäischen Union in China (EUCCC) verzeichneten die meisten europäischen Unternehmen in China positive Umsätze und 79 Prozent von ihnen meldeten steigende Gewinne im Jahr 2021 – das sind sogar mehr als die 73 Prozent aus dem Vorjahresbericht. Dem Bericht zufolge gaben gleichzeitig allerdings auch 60 Prozent der europäischen Unternehmen an, dass die Geschäftstätigkeit im Jahr 2022 in gewissem Maße „schwieriger" geworden sei - verglichen mit 47 Prozent im Jahr 2021.

Unter den im EUCCC-Bericht aufgeführten Problemen steht COVID-19 an erster Stelle, gefolgt von Chinas wirtschaftlicher Verlangsamung. Etwa 42 Prozent der Unternehmen gaben an, dass strengere staatliche Vorschriften zu verpassten Geschäftsmöglichkeiten geführt hätten.

Die Kritik der europäischen Wirtschaftskammer am Geschäftsumfeld und an der Verschärfung der Vorschriften liege im Rahmen der Erwartungen, da die Wirtschaftskammern solche Berichte zunehmend als etwas betrachten, das sie als Druckmittel einsetzen können, um China Zugeständnisse abzuringen, ordneten Analysten das Dokument ein.

„Der Bericht spiegelt nicht das wahre Bild der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wider", betonte Cui Hongjian, Direktor der Abteilung für Europastudien am China Institute of International Studies, am Montag gegenüber der Global Times. „Es ist in gewisser Weise unfair, die Schwierigkeiten im Geschäftsbetrieb auf die chinesische Politik zurückzuführen und dabei zu ignorieren, dass europäische Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten Dutzende von Milliarden Dollar auf dem chinesischen Markt eingesackt haben.“

Bettina Schoen-Behanzin, Vizepräsidentin der EUCCC, sagte bei der Eröffnungsveranstaltung, dass „das einzige, was an China heute vorhersehbar ist, seine Unberechenbarkeit ist.“

Sie sagte der Global Times am Montag, dass Chinas dynamische Null-COVID-Politik „eine Menge Unsicherheit" verursache, die Investoren und Verbraucher dazu veranlasse, sehr vorsichtig zu agieren.

Unterstützt von der dynamischen Null-COVID-19-Politik gewinnt die chinesische Wirtschaft wieder an Schwung, und die ausländischen Unternehmen, die sich langfristig auf dem riesigen chinesischen Markt engagieren, würden letztlich entsprechende Gewinne einfahren,entgegneten die chinesischen Analysten darauf.