Eine Studie über den Verlauf der Omikron-Infektionswelle in Chinas Millionenmetropole Shanghai hat ergeben, dass sie Symptome in fast allen Fällen mild verlaufen. Risikofaktoren sind hohes Alter und Grunderkrankungen.

Das größte Behelfskrankenhaus in Shanghai, das aus dem National Convention & Exhibition Center umgebaut wurde, wird am 9. April 2022 übergeben und hat Platz für bis zu 50.000 Betten. Foto: Xinhua.

Eine neue Studie beschreibt erstmals umfassend die Symptome von Covid-19-Patienten, die keinen schweren Krankheitsverlauf aufweisen. Diese Personengruppe machte mehr als 95 Prozent aller nicht schweren Covid-Verlaufsfälle in Shanghai aus. Sie zeigt, dass eine umfassende und präzise Konzentration der medizinischen Ressourcen auf die gefährdete Bevölkerung das Risiko einer Überlastung des regionalen Gesundheitssystems minimieren kann.

Seit der Identifizierung der Omikron-Variante im November 2021 hat sich dieser Stamm zum Hauptverursacher von Infektionen in der ganzen Welt entwickelt, wobei die Fälle in mehreren Ländern exponentiell zugenommen haben. Die hohe Übertragbarkeit der Variante hat zu einer enormen Belastung der Gesundheitsressourcen geführt, obwohl die überwiegende Mehrheit der Fälle keinen schweren Verlauf zeigt.

Eine große Kohortenstudie unter der Leitung von Chinas Top-Epidemiologen Zhang Wenhong, die während des Omikron-Ausbruchs vom Nationalen Medizinischen Zentrum für Infektionskrankheiten des Huashan-Krankenhauses der Fudan-Universität und dem Shanghai Key Laboratory of Infectious Diseases and Biosafety Emergency Response zwischen dem 22. März und dem 3. Mai 2022 in vier Shanghaier Krankenhäusern durchgeführt wurde, beschreibt das Spektrum der klinischen Merkmale, die Risikofaktoren für das Fortschreiten der Erkrankung und die dynamischen Veränderungen der Viruslast bei anfänglich nicht schwerwiegend infizierten Omikron-Patienten. Die Studie wurde am Samstag in der Zeitschrift China CDC Weekly veröffentlicht.

In Shanghaisind bis Sonntag 58.104 bestätigte Patienten und 591.506 asymptomatische Infektionen gemeldet worden. Gemäß dem Grundsatz, dass alle Bedürftigen getestet, positiv Getestete unter Quarantäne gestellt, ins Krankenhaus eingewiesen oder behandelt werden, wurden alle symptomlosen Träger, leichten Fälle und durchschnittlichen Fälle zentralisiert behandelt.

Bei allen 33.816 Teilnehmern der Studie wurde bei der Krankenhauseinweisung eine nicht schwere Covid-19-Infektion diagnostiziert. Sie hatten entweder keine Grunderkrankung oder nur eine Grunderkrankung, der Gesundheitszustand war jedoch stabil.Der Studie zufolge waren Husten und Auswurf die häufigsten Symptome bei den nicht schwer verlaufenden Fällen, gefolgt von Müdigkeit und Fieber. Die durchschnittliche Symptompersistenz betrug sieben Tage. Die durchschnittliche Virusausscheidungszeit (VST) betrug sechs Tage.Hohes Alter, Komorbiditäten und anfängliche Symptome wurden mit einer längeren VST in Verbindung gebracht, während eine vollständige Impfung und Auffrischungsimpfungen mit einer kürzeren VST verbunden waren.

In der gesamten Kohorte entwickelten 22 Patienten schwere oder kritische Infektionen. Alle gehörten zur Risikogruppe der Patienten im Alter von über 60 Jahren mit stabilen Grunderkrankungen (einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, zerebrovaskulären Erkrankungen oder Nierenerkrankungen) oder einer Immunschwäche wie einer Infektion mit dem HI-Virus.

Die Schweregradraten bei allen Probanden und den Probanden der Risikogruppe betrugen 0,065 Prozent bzw. 0,238 Prozent. Die Schweregradrate der Nicht-Risikogruppe lag bei null.

Die Studie zeigt, dass ein höheres Alter, ausbleibende Impfungen und mehrere Grunderkrankungen das Risiko eines schweren oder kritischen Krankheitsverlaufs erhöhen, was bedeutet, dass es selbst unter den Personen mit nicht schweren Infektionen noch Menschen gibt, die für die Omikron-Variante anfällig sind.

Daher sollten für gefährdete Gruppen präzise Präventions- und Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden, um die Sterblichkeitsrate in diesen Gruppen zu senken und den Schaden durch Omikron auf ein niedrigeres Niveau zu reduzieren.

Die Studie liefert Anhaltspunkte für die Verfeinerung der Covid-19-Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit, um das Risiko einer Überlastung der regionalen medizinischen Ressourcen zu minimieren, indem die schweren Krankheitsverläufe von Omikron in verschiedenen Bevölkerungsgruppen genau bewertet werden.

Die Studie legt nahe, dass die Rate schwerer Erkrankungen und Todesfälle in gefährdeten Bevölkerungsgruppen deutlich und schrittweise gesenkt werden kann, wenn rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Dazu zählen eine vollständige Impfung, ein angemessener Schutz für gefährdete Gruppen und sofortiger Zugang zu medizinischer Behandlung unmittelbar nach der Infektion.

Wenn die medizinischen Ressourcen vollständig und präzise auf die gefährdete Bevölkerung konzentriert werden und die nicht gefährdete Gruppe eine angemessene medizinische Grundversorgung erhält, wird die Verteilung der medizinischen Ressourcen optimiert, und die Diagnose und Behandlung von anderen Krankheiten wird nicht aufgrund von Covid-19-Ausbrüchen unterlassen, so die Studie.